Jetzt spricht DFB-Teamchef Rudi Völler (65) zum Fall Karim Adeyemi (23).
Deutschland hat sich mit einem 6:0‑Torfestival gegen die Slowakei das WM‑Ticket gesichert.
Zwar im Kader, aber nicht eingewechselt wurde BVB-Star Adeyemi. Um den Nationalspieler hat es in den vergangenen Tagen Wirbel gegeben. Hintergrund: Adeyemi hatte einen Strafbefehl über 450.000 Euro wegen illegalen Waffenbesitzes (ein Schlagring und ein Taser) akzeptiert.
Deutschlands Karim Adeyemi (23) im WM-Qualifikationsspiel gegen Luxemburg
Foto: picture alliance / Maximilian Koch
Der BVB-Profi muss 60 Tagessätze à 7500 Euro zahlen. 450.000 Euro insgesamt. Nach BILD-Informationen informierte Adeyemi selbst nicht die DFB-Verantwortlichen. Der Strafbefehl wurde laut Staatsanwaltschaft am 30. Oktober rechtskräftig.
Nach dem 6:0-Sieg sprach Völler im ZDF über den Vorfall.
Völler: „Ja, wir wussten es natürlich nicht. Am Tag nach dem Spiel in Luxemburg hat mich Lars Ricken (BVB-Sport-Geschäftsführer/d.Red.) angerufen und hat mir das erzählt. Der wusste auch nicht alles. Dann haben Julian (Nagelsmann) und ich uns Karim geschnappt. Wir wollten seine Version hören. Das hat er uns dann auch versucht, einigermaßen zu erklären.“
Völler im ZDF-Interview mit Katrin Müller-Hohenstein (60)
Foto: ZDF
Ins Detail wollte Völler nicht gehen, schließlich solle der Vorfall gemeinsam mit seinem Verein, dem BVB, aufgearbeitet werden. Völler: „Aber wir haben trotzdem das Gefühl, dass der Junge sich in der Nationalmannschaft absolut top aufbaut. Wir leben auch ein bisschen in einer Zeit der Empörungskultur hier bei uns in Deutschland, das habe ich ja schon bei Toni Rüdiger gemerkt. Jeder hat dann immer schnell was zu meckern – ohne das jetzt schönreden zu wollen. Das ist nicht in Ordnung. Das habe ich ihm auch immer gesagt. Das ist naiv oder dumm, egal, wie man es dann nennt.“
Stimmt oder Stuss? vom 17.11.2025: Diskussion um Strafbefehl von Adeyemi
Quelle: BILD17.11.2025
Der Strafbefehl liegt bereits seit dem 30. Oktober vor. Auf die Frage, warum Adeyemi nicht früher etwas gesagt hat, antwortet Völler: „Ja. Weil er natürlich gehofft hat, dass es nicht rauskommt. Das ist ja logisch.“
Abschließend gab Völler dem jungen Spieler noch einmal Rückendeckung:
„Wir wollten jetzt auch hinter dem Jungen stehen. Das haben wir gemacht. Das ist trotzdem kritisch, klar. Aber wir wollen ihn natürlich auch nicht verdammen. In dem Alter haben wir auch viele Fehler gemacht, natürlich nicht solche. Man muss auch hin und wieder formal bestrafen. Aber wichtig ist auch, solche Spieler mal in den Arm zu nehmen. Und junge Spieler machen Fehler. In dem Fall war es ein dummer Fehler.“