Dieses Beispielbild ist natürlich symbolisch zu verstehen. (Bildquelle: Artsiom P, Mironov - adobe.stock.com)

Dieses Beispielbild ist natürlich symbolisch zu verstehen. (Bildquelle: Artsiom P, Mironov – adobe.stock.com)

Für die französische Raumfahrt steht ein Meilenstein bevor: Zum ersten Mal wird eine Rakete vom französischen Festland aus ihre Reise ins All starten. Bisher starteten alle Missionen von Kourou in Französisch-Guayana aus.

Wie benennt man also so eine wichtige Rakete, die in die Geschichtsbücher des Landes eingehen wird? Genau. Baguette One.

Was ist das für eine Rakete? Bei der Baguette One handelt es sich um eine suborbitale Rakete von etwa zehn Metern Höhe, dahinter steht das französische Start-up HyPrSpace (kurz für Hybrid Propulsion for Space). Sie dient vor allem als Machbarkeitsstudie für einen kommerziellen Nachfolger mit dem Namen »Orbital Baguette One«.

Finanziert wird die Mission aus unterschiedlichen Quellen.

  • Private Investoren steigen mit über 21 Millionen Euro in das Projekt ein, schreibt Xataka.
  • Weitere 35 Millionen erhält HyPrSpace durch das öffentliche Förderungsprogramm »France 2030«.

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Von wo aus wird die Baguette One starten? Starten wird die Rakete in der Region Nouvelle-Aquitaine, genauer vom Raketenzentrum in Biscarrosse aus.

Ein deutsches Unternehmen ist ebenfalls beteiligt. Die Baguette One wird in Zusammenarbeit mit ATMOS Space Cargo, einer in Baden-Württemberg ansässigen Firma, gestartet. Das deutsche Raumfahrtlogistikunternehmen wird den suborbitalen Flug nutzen, um seine Wiedereintrittskapsel Phoenix-2 zu testen.

Die Baguette One macht etwas neu

Anstelle von reinen Flüssig- oder Festbrennstoffmotoren wird HyPrSpace eine Mischung verwenden: Festbrennstoff aus recyceltem Kunststoff und flüssiger Sauerstoff als Oxidationsmittel. Die Bauart erlaubt den Verzicht auf Turbopumpen, wodurch Kosten und Komplexität sinken.

Das Unternehmen verzichtet dabei auf eine komplexe und teure Komponente der Raumfahrttechnik: Turbopumpen. 

Das sind Turbopumpen: Turbopumpen sind Hochleistungsmaschinen in flüssigkeitsbetriebenen Raketen, die den Brennstoff und Oxidator aus den vergleichsweise niedrigdruckigen Tanks ansaugen und unter sehr hohem Druck in die Brennkammer fördern.

Durch den Verzicht auf Turbopumpen spart das Unternehmen rund 40 Prozent der Kosten einer Trägerrakete.

Die Baguette One wird im nächsten Jahr aus Südfrankreich starten. Ob die Mission erfolgreich wird, trotz fehlender Turbopumpen, wird sich zeigen müssen. Ansonsten wird aus dem Baguette möglicherweise ein Croissant.