
Ein russisches Militärschiff ist nach Angaben Großbritanniens in deren Hoheitsgewässer eingedrungen und hat mit Laserstrahlen auf britische Piloten gezielt. London warnte: „Wir sehen euch. Wir wissen, was ihr tut.“
Großbritannien hat über einen Zwischenfall mit einem russischen Spionageschiff informiert. Das Militärschiff soll in britische Hoheitsgewässer eingedrungen sein und habe mit Laserstrahlen auf Piloten gezielt. Der britische Verteidigungsminister John Healey richtete deshalb eine direkte Warnung an Moskau: „Meine Botschaft an Russland und (Russlands Präsident Wladimir) Putin lautet: Wir sehen euch. Wir wissen, was ihr tut.“
Für den Fall, dass die „Jantar“ zu einer Bedrohung werden sollte, halte Großbritannien „militärische Optionen“ bereit, warnte Verteidigungsminister John Healey.
Laserstrahlen sollten Piloten blenden
Das Militärschiff „Jantar“ befand sich nach Angaben von Healey an der Grenze der britischen Hoheitsgewässer nördlich von Schottland. Es sei bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass das Schiff in britische Gewässer eingedrungen sei, fügte er bei einer Pressekonferenz hinzu.
Diesmal habe die „Jantar“ erstmals ihre Laser auf Piloten der britischen Luftwaffe gerichtet, die ihre Aktivitäten überwachen sollten. Der Einsatz von Laserstrahlen gegen Piloten dient oft deren Blendung. Das Schiff sei Teil eines russischen Programms, durch das Fähigkeiten entwickelt werden sollten, um „in Friedenszeiten die Überwachung und in Konfliktzeiten die Sabotage zu ermöglichen“, fügte der Verteidigungsminister hinzu.
Healey für höhere Verteidigungsinvestitionen
Der Minister erklärte weiter, das Schiff sei Teil einer Flotte, die darauf ausgelegt sei, die Unterwasserinfrastruktur Großbritanniens und dessen Verbündeten zu gefährden und zu beschädigen. Er verwies auf Angriffe auf Pipelines und Kabel in der Ostsee Anfang des Jahres. Das russische Schiff habe bereits in der Vergangenheit britische Verteidigungsanlagen getestet, sagte Healey.
Nach einer Warnung im vergangenen Jahr verließ es britische Gewässer und fuhr ins Mittelmeer. Im Januar folgte die britische Fregatte „Somerset“ dem Schiff bei dessen Durchquerung des Ärmelkanals.
Healey plädierte eine Woche vor der Veröffentlichung des neuen Regierungshaushalts auch für höhere Verteidigungsinvestitionen. Großbritannien sagte im Juni zu, seine Verteidigungsausgaben bis 2035 auf fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen und sich damit den meisten anderen NATO-Staaten anzuschließen.