Die kommende Phase bis zur Winterpause wird gewissermaßen zum Härtetest für Emre Can. Bei Borussia Dortmund stehen wieder Englische Wochen an. Und der erst vor Kurzem aus einer langen Verletzungspause zurückgekehrte Defensivmann wäre bisher nicht in der Lage gewesen, diesen Rhythmus zu gehen, wie er während der Länderspielpause in einem Gespräch mit BVB-TV selbst einräumte.

 
Can stellte in der laufenden Saison zunächst lange keinen Faktor bei den Westfalen dar. Grund dafür war eine hartnäckige Adduktorenproblematik, die sich bereits Anfang April bemerkbar machte. In der Folgezeit musste der 31-Jährige immer wieder Trainingspausen einlegen, war auch kaum in der Lage, ein Spiel durchzuziehen. Zumeist kam er nur noch von der Bank.
 
Nach dem letzten Saisonspiel startete direkt die Reha. Die erste Konsequenz: Die Klub-WM im Sommer fand ohne ihn statt. „Es war mir schnell klar, dass ich nicht spielen kann“, verriet Can. Als nächster Schritt sei „eigentlich angedacht“ gewesen, dass er zur kurzen Vorbereitung auf die Bundesliga-Spielzeit wieder dabei ist. Doch dieser Plan ging gehörig schief. „Mein Körper hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht“, in der Reha gab es mehrere Rückschläge.

„So schnell nicht in der Lage, alle drei Tage zu spielen“

Und so nahm das Comeback Zeit in Anspruch, konkret bis zur Champions-League-Partie gegen Manchester City (1:4) vor zwei Wochen, als Can für die letzte rund halbe Stunde eingewechselt wurde. Dieser Einsatz diente quasi als Warm-up für den Startelfauftritt gegen den Hamburger SV (1:1) drei Tage später, der über die volle Distanz vonstattenging.
 
Darauf folgte die Länderspielpause und die kann Can offenbar gut gebrauchen. Er gab zu, die Wehwehchen nach dem HSV-Spiel noch zwei Tage gespürt zu haben. Zu ungewohnt war die hohe Belastung für den Körper nach der langen Auszeit.
 
„Die Pause kommt genau zur rechten Zeit, wenn ich ehrlich bin, weil ich so schnell nicht in der Lage bin, alle drei Tage zu spielen“, sagte Dortmunds Profi. An diesen Punkt müsse er durch Spielrhythmus erst wieder kommen und dazu „das Vertrauen in meinen Körper kriegen“.
 

Auf Dortmund kommen Englische Wochen und schwierige Spiele zu

Ausgeruht darf sich Can zunächst mal Hoffnungen auf einen Startelfeinsatz am Samstag gegen den VfB Stuttgart machen, zumal mit Ramy Bensebaini ein Konkurrent in letzter Zeit seinerseits mit der Belastung zu kämpfen hatte und sich in den vergangen Tagen im Trainingsbetrieb zurücknahm. Vorteil eines Can-Einsatzes als mittlerer Part der Dreierabwehrkette wäre, dass die Stärken von Nico Schlotterbeck auf der linken Position besser zum Tragen kämen.
 
Je nachdem, wie BVB-Trainer Niko Kovač am Wochenende entscheidet, gilt es dann in den darauffolgenden Tagen zu beobachten, wie es um Cans Fitness steht. Schon am Dienstag geht es in der Königsklasse gegen Villarreal weiter und innerhalb einer Woche geht es anschließend zweimal gegen Leverkusen (Liga und Pokal) – und damit nehmen die Englischen Wochen in diesem Jahr noch kein Ende.

LIGAINSIDER-DURCHSCHNITTSNOTE in den letzten VIER Jahren