In einem Fußballspiel läuft Philipp Hercher (1.FC Magdeburg, 27) Tim Rossmann (Fortuna Düsseldorf, 21) und dem Ball hinterher.

Stand: 20.11.2025 19:04 Uhr

In der vergangenen Saison kämpften beide Teams lange um den Aufstieg mit und landeten am Ende auf Platz fünf und sechs. Nun treffen sich Magdeburg und Düsseldorf zum Kellerduell – mit jeweils neuem Personal an der Seite.

Es ist erst der 13. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga. Fünf Partien sind es noch in der Hinrunde. Und dennoch ist beim Gastspiel des 1. FC Magdeburg bei Fortuna Düsseldorf schon viel Druck auf dem Kessel. Anpfiff ist am Sonnabend um 13:00 Uhr (Live-Ticker und Audio-Stream in der SpiO-App).

„Wir müssen in den Modus kommen, solche Spiele als K.o.-Spiele zu betrachten“ sagte Trainer Petrik Sander auf der Pressekonferenz vor dem Duell des 18. gegen den 15. und definierte das Abstiegsduell in der Folge als „ganz, ganz wichtiges Spiel.“

Aufeinandertreffen der schlechtesten Offensivreihen

Partien zwischen Magdeburg und Düsseldorf stehen im Regelfall für Offensivfußball und viele Tore. In den vergangenen fünf Begegnungen der beiden Clubs fielen immer mindestens Fünf, doch am Toreschießen hapert es bei beiden Teams derzeit gewaltig. Mit gerade einmal zehn erzielten Treffern markiert die Fortuna den vorletzten Platz, während der 1. FCM mit einem Treffer weniger gar die schlechteste Zweitliga-Offensive der Liga darbietet. In Düsseldorf geht es für die Blau-Weißen deshalb erneut darum, „nicht nur Chancen zu kreieren, sondern diese auch zu nutzen.“

Wie ein „roter Faden“ zieht sich die Abschlussschwäche laut Sander in letzter Zeit durch das Spiel des 1. FCM. Seit 180 Minuten sind die Elbstädter im Ligabetrieb ohne eigenen Treffer. Auch beim in der Länderspielpause anberaumten Testspiel gegen Drittligist Schweinfurt (0:1) blieb der Club ohne eigenes Tor. So scheint vor allem der Abgang vom Magdeburger Top-Torjäger der Vorsaison, Martijn Kaars, nachhaltig zu schmerzen. Von den 19 Treffern des nach St. Pauli abgewanderten Niederländers ist Maximilian Breunig als im Sommer auserkorener Nachfolger noch weit entfernt. Der hochgewachsene Angreifer erzielte beim 2:0 über Preußen Münster seinen bisher einzigen Ligatreffer.

Baris Atik soll am Wochenende wieder für Offensivgefahr sorgen.

Sander, der als aktiver Spieler selbst Stürmer war, möchte das Problem aber nicht an einem Einzelnen festmachen: „Es ist ein Problem der ganzen Mannschaft. Eine Erscheinung, die mehrere Positionen und Spieler betrifft.“ Dabei mithelfen, die Flaute zu beenden, kann Baris Atik, der seine Gelb-Sperre abgesessen hat. Der Spielmacher hatte das Training am Anfang der Woche zwar noch vorzeitig abbrechen müssen, steht am Wochenende aber zur Verfügung. Gleiches gilt für Verteidiger Tobias Müller. Nach seinem Teilanriss des Außenbandes ist er in der FCM-Kette wieder eine Option, um auch in Düsseldorf die „defensive Stabilität beizubehalten.“

Trainerwechsel ohne Effekt

Die Fortuna hat seit der Inthronisierung von Ex-Dresden-Trainer Markus Anfang in fünf Partien vier Mal verloren und nur einen Punkt geholt. Das Team, das noch 2024 in der Bundesliga-Relegation nur haarscharf am VfL Bochum scheiterte, scheint nach einigen Abgängen kein Spitzenteam mehr zu sein. Der Trainerwechsel von Daniel Thioune zu Anfang hat keinen Schub gebracht. Der Coach bleibt jedoch entspannt: „Wir werden da unten rauskommen, wie schnell das geht, weiß ich nicht“.

Markus Anfang ist seit Oktober Trainer der Fortuna.

Die Rheinländer haben die Länderspielpause genutzt und „einiges aufgearbeitet.“ Auch wenn Trainer Anfang optimistisch auf das Spiel vorausschaut warnt er vor dem Kontrahenten aus Sachsen-Anhalt: „Die Magdeburger haben ihre Qualität sicher nicht verloren. Sie sind ein sehr unangenehmer Gegner und schwer zu bespielen.“

Weihnachtsmarkt-Attentat im Vorjahr

Das Stadion dürfte voll werden, die Begegnung läuft als Freispiel „Fortuna für alle“ mit kostenlosen Tickets. Mit dabei sind auch 4.700 Fans aus Magdeburg. Die Vorjahresbegegnung, kurz vor Heiligabend, wurde überschattet vom Attentat auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt. Der FCM gewann 5:2, doch darüber sprach nach Schlusspfiff niemand.

SpiO

Dieses Thema im Programm:
MDR FERNSEHEN | SPORT IM OSTEN | 22. November 2025 | 16:00 Uhr

Mitteldeutscher Rundfunk