Der Frankfurter Doppel-Spezialist Tim Pütz und sein Partner Kevin Krawietz bleiben in der Nervenschlacht gegen Argentinien cool und sichern Deutschland das Halbfinal-Ticket. Auf den Tennis-Krimi folgen eine kleine Party und ein großer Gegner.
Tim Pütz und Kevin Krawietz holen den entscheidenden Punkt gegen Argentinien.
Bild © Imago Images
Audiobeitrag
Audio
01:29 Min.|21.11.25
Bild © Imago|
zur Audio-Einzelseite
Ende des Audiobeitrags
Im vorentscheidenden Moment des Davis-Cup-Viertelfinals gegen Argentinien wählte Tim Pütz gleich zweimal den Weg durch die Mitte. Das Duo Andrés Molteni und Horacio Zeballos hatte im Tiebreak des dritten Satzes Matchball, der Frankfurter Pütz Aufschlag. Den ersten schlug er knapp ins Aus, den zweiten mit unglaublicher Wucht zum Ass. Kurz später drehte sich die Partie und die DHB-Auswahl stand im Halbfinale.
„Wenn’s klappt, sagen alle, der hat Nerven aus Stahl. Wenn’s nicht klappt, fragen alle, warum ich das gemacht habe“, fasste Pütz am ARD-Mikrofon die Szene des Spiels zusammen. Wichtige Ergänzung: Es klappte halt. Pütz und sein Partner Kevin Krawietz setzten sich in einem Nervenkrimi im entscheidenden Doppel mit 4:6, 6:4, 7:6 (12:10) durch und stellten damit im Duell mit Argentinien auf 2:1. Halbfinal-Ticket: gelöst.
Zverev jubelt auf der Tribüne
„Ich bin einfach nur froh, dass wir jetzt hier als Gewinner sitzen. Es gibt nicht so viele Matches wie dieses in einer Karriere“, so Pütz, der mit seiner Coolness und Abgeklärtheit das ganze Team glücklich machte.
Alexander Zverev, der sein Einzel nach der Auftakt-Niederlage von Jan-Lennard Struff gewonnen hatte, hüpfte nach dem Doppel-Erfolg mit einer Deutschland-Flagge auf und ab und fiel seinen Teamkollegen dann erleichtert in die Arme. Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann gab gegen 1 Uhr in der Nacht sogar den Feierbefehl. „Wir werden schon ein bisschen Party feiern heute Nacht.“
Spanien wartet – ohne Überflieger Alcaraz
Allzu lange, das ist jedoch auch klar, werden sich Pütz, Zverev und Co. nach dieser Nervenschlacht nicht mit Kaltgetränken aufgehalten haben. Die Chance, erstmals seit 32 Jahren wieder den Davis-Cup-Titel gewinnen zu können, ist weiter da und durchaus real. Die Aufgabe, die vor dem deutschen Team liegt, klingt zwar erst einmal knackig: Im Halbfinale am Samstag wartet Spanien.
Da die Iberer aber verletzungsbedingt auf den Weltranglisten-Ersten Carlos Alcaraz verzichten müssen, muss sich die DHB-Auswahl auch bei diesem Aufeinandertreffen nicht verstecken. „Sie haben ein starkes Team, auch wenn sie Carlos am Montag verloren haben“, sagte Kohlmann zwar. Genau das hat Deutschland aber auch. Und starke Nerven noch dazu.
Redaktion:
Mark Weidenfeller
Sendung:
hr1,
21.11.25, 09:00 Uhr
Quelle: hessenschau.de, dpa