Hilfe für Betroffene
Neue Kampagne in Frankfurt: „Stark gegen Gewalt“
Aktualisiert am 21.11.2025 – 17:13 UhrLesedauer: 2 Min.
Mitglieder der Stadtverwaltung (v.l.) Petra Thomsen, Tobias Fielenbach, Gabriele Wenner und Frauendezernentin Tina Zapf-Rodríguez wollen mit einer Bank ein Zeichen setzen. (Quelle: Stadt Frankfurt am Main/Maik Reuß)
Unter anderem in Frankfurt startet eine stadtweite Kampagne zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Geplant ist auch eine Beleuchtung mehrerer Gebäude.
Wie in vielen anderen Städten Deutschlands wird auch Frankfurt sich mit mehreren Veranstaltungen gegen Gewalt an Frauen einsetzen. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Mädchen und Frauen, auch bekannt als „Orange Day“, gibt es eine große Kampagne.
Zentral ist dabei die Initiative „Gewalt beginnt leise. Stark gegen Gewalt“, die auf unterschiedliche Gewaltformen aufmerksam machen will.
Laut Bundeskriminalamt (BKA) wird fast jeden Tag eine Frau Opfer eines Femizides – also Tötungsdelikte, weil das Opfer eine Frau oder ein Mädchen ist. Oft werden diese Taten von aktuellen oder früheren Partnern begangen. Auch von Sexualstraftaten sind viele Frauen und Mädchen betroffen, rund 50.000 Taten wurden im vergangenen Jahr erfasst.
Jede dritte Frau in Deutschland ist mindestens einmal im Leben von körperlicher oder sexueller Gewalt betroffen. In Frankfurt verzeichnet das Polizeipräsidium seit 2017 einen Anstieg bei häuslicher Gewalt, 2024 wurden 2.060 Fälle registriert. 80 Prozent der Opfer waren Frauen. Eine großangelegte Plakatkampagne soll auf das Problem aufmerksam machen.
Die Frankfurter Frauendezernentin Tina Zapf-Rodríguez fordert in einer Mitteilung der Stadt ein „konsequentes gesellschaftliches Handeln“ und lobt die zahlreichen Initiativen zum 25. November. „Alle Frauen und Mädchen haben ein Recht auf ein Leben ohne Gewalt“, so Zapf-Rodríguez. Die Stadt arbeite kontinuierlich daran, den Schutz von Betroffenen zu ermöglichen und das Beratungsangebot auszubauen.
Die Kampagne in Frankfurt zeigt, dass Gewalt oft unauffällig beginnt. Vielen jungen Frauen etwa sei nicht bewusst, dass das Lesen von privaten Nachrichten, ungewolltes Fotografieren oder zum Sex überredet zu werden schon Anzeichen für Gewalt sein könnten. Das sollen auch die vier Motive der Plakate verdeutlichen, die ab Dienstag (25. November) an 35 Standorten im Stadtgebiet, in sozialen Medien und auf einer Straßenbahn zu sehen sein werden.
Geplant ist außerdem eine Kundgebung und Demonstration am Dienstag ab 17 Uhr. Gleichzeitig sollen zahlreiche Gebäude in Frankfurt, darunter die Paulskirche, orange beleuchtet werden. Zudem stehen an der Hauptwache und auf der Zeil seit Freitag (21. November) zwei orangefarbene Bänke. Auf beiden ist der Spruch „Kein Platz für Gewalt gegen Frauen und Mädchen“ angebracht. Ein QR-Code informiert über Beratungsstellen und Hilfsangebote in der Stadt. Weitere Bänke sollen folgen.
