21. November 2025

Bernd Müller

Bitcoin-Münze vor einem fallenden Chart

(Bild: jira pliankharom / Shutterstock.com)

Bitcoin stürzt auf Mehrmonatstief. Parallel brechen KI-Aktien ein. Für Anleger wird Krypto zum Frühindikator für Marktrisiken.

Für Anleger, die in Tech- oder Krypto-Werte investiert sind, sendet der aktuelle Bitcoin-Crash ein deutliches Warnsignal. Die größte Kryptowährung fiel am Freitag zeitweise bis auf knapp 81.600 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten.

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Parallel dazu gaben auch Aktien aus dem Bereich Künstliche Intelligenz ihre Gewinne wieder ab, während die Schwankungen an den Börsen zunahmen.

Für Bitcoin war der November der schlechteste Monat seit Jahren, heißt es bei Bloomberg. Er verlor knapp ein Viertel seines Werts und erinnerte mit diesem Verlust an das Jahr 2022. Damals brach das große Krypto-Projekt TerraUSD zusammen und löste eine Kettenreaktion aus. In der Folge wurde auch die Handelsbörse FTX mit in den Abgrund gerissen.

Anleger meiden riskante Investments

Der Kursrutsch kommt zu einer Zeit, in der Anleger riskantere Anlagen meiden. Viele befürchten, dass Tech-Aktien – besonders im Bereich Künstliche Intelligenz – zu teuer geworden sind, berichtet Reuters.

Gleichzeitig rechnen immer weniger Experten damit, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen bald senken wird.

Niedrigere Zinsen würden es günstiger machen, Geld zu leihen, was Unternehmen und Investoren zugutekommt. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Dezember liegt mittlerweile unter 50 Prozent. Das belastet die Stimmung an den Märkten.

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„Da die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung durch die Fed im Dezember derzeit unter 50 Prozent liegt, setzen die Kryptomärkte ihren Abwärtstrend fort“, hatte kürzlich ein Analyst erklärt. Auch die Aktienmärkte in Europa und Asien gaben zuletzt um mehr als ein Prozent nach.

Wenn Spekulanten ihre Wetten verlieren

Viele Investoren hatten mit geliehenem Geld auf steigende Bitcoin-Kurse gewettet. Als die Preise fielen, mussten sie ihre Positionen zwangsweise auflösen – ein Vorgang, den Experten „Liquidation“ nennen. Am 10. Oktober wurden so Wetten im Wert von 19 Milliarden US-Dollar vernichtet. Durch die daraufhin ausgelöste Panik am Krypto-Markt wurde ein Gesamtwert von rund 1,5 Billionen US-Dollar ausgelöscht.

In den vergangenen 24 Stunden wurden weitere zwei Milliarden US-Dollar an solchen gehebelten Wetten aufgelöst, wie Daten der Analysefirma CoinGlass laut Bloomberg zeigen. Das Volumen der offenen Wetten ist seit dem Oktober-Hoch um 35 Prozent gefallen.

„Die Stimmung ist insgesamt unglaublich schlecht. Es scheint einen Zwangsverkäufer auf dem Markt zu geben“, wird ein Portfolio-Manager eines australischen Hedgefonds von Bloomberg zitiert.

Einige Marktbeobachter warnen demnach vor einem Teufelskreis: Anleger, die mit geliehenem Geld investiert haben, könnten gezwungen sein, auch andere Vermögenswerte zu verkaufen, um ihre Schulden zu begleichen. Das würde den Verkaufsdruck auf allen Märkte verstärken.

Große Investoren ziehen ihr Geld ab

Die Kapitalflucht aus dem Bitcoin zeigt sich auch an großen Bitcoin-Fonds, die in den USA gehandelt werden. Laut Bericht verzeichneten sie am Donnerstag Abflüsse in Höhe von 903 Millionen US-Dollar, was der zweithöchste Tageswert ist, der seit der Einführung dieser Fonds im Januar 2024 verzeichnet wurde.

Diese Fonds ermöglichen es Anlegern, in Bitcoin zu investieren, ohne die Kryptowährung direkt kaufen zu müssen. Die hohen Abflüsse zeigen, dass auch professionelle Investoren vorsichtig geworden sind.

Ähnliche Fonds in Hongkong fielen laut Reuters am Freitag um fast sieben Prozent. Die Zurückhaltung institutioneller Käufer zeigt, dass der Markt noch von den Verlusten im Oktober geschwächt ist.