Mit den Spezialisten von NET CHECK haben wir die Qualität der Mobilfunknetze getestet und finden viel Positives: Die Telekom hat erstmals ein Netz von exzellenter Qualität. Vodafone und O2 schneiden sehr gut ab, aber auch Newcomer 1&1 mit seinem neuen Roaming-Partner Vodafone mischt den Markt neu auf.

Fast alle Deutschen sind inzwischen drin – die Mobilfunknetze zählen geschätzt über 70 Millionen aktive Kunden, die mit dem Handy telefonieren, surfen und chatten. Und der Datenverkehr in den Netzen steigt ständig – der Bedarf wächst jedes Jahr um 30 bis 40 Prozent. Pro Kopf werden Ende 2025 geschätzt 10 GByte Datenvolumen im Monat erreicht. Damit verbunden steigen die Ansprüche der Kunden an die Netze. Dass Telekom und Co. sich diesen Anforderungen gewachsen zeigen, haben sie nicht zuletzt der Einführung von 5G zu verdanken. Die damit verbundene Erschließung neuer Frequenzen hilft, die Lastspitzen in den Netzen besser aufzufangen als früher. Aber unser Test zeigt auch, dass noch genug Problemzonen bleiben – nicht zuletzt die Netzqualität in den Zügen der Deutschen Bahn.

Die Ergebnisse unseres großen Netztests, den wir alljährlich mit den Mobilfunkanalyse-Spezialisten von NET CHECK durchführen, unterstreicht diese Tendenz: Verglichen mit dem letzten Jahr haben sich die drei Netze von Telekom, Vodafone und O2 verbessert. Wobei die Technik im Vergleich zu früher so ausgereift ist, dass große Steigerungen bei der Netzqualität innerhalb eines Jahres nicht zu erwarten sind. Trotzdem hat sich einiges getan, und ein wichtiger Grund dafür ist der Einstieg von 1&1 als vierter Netzbetreiber. 

Ergebnis: Netztest Deutschland
(Auswahl aus 3 getesteten Produkten)

Zuletzt aktualisiert am 22.11.2025

CHIP / NET CHECK 2025

Energieeffizienz: Klasse <%- eek %>

Telekom erstmals exzellent

Der große Gewinner unseres Tests ist wie immer die Telekom. Sie untermauert mit ihrem Ergebnis den Status als das beste Mobilfunknetz Deutschlands. Der heimische Marktführer legt im Vergleich zu den Messungen des Vorjahres um 0,5 Prozent zu und erreicht die sehr gute Schulnote 1,2. Sie merzt dabei gleich noch kleinere Mängel bei der Verfügbarkeit aus und erhält von uns erstmals das Prädikat „exzellentes Netz“. Für ein „Exzellent“ darf ein Netz keine Schwächen zeigen und muss in jeder der drei Teilwertungen (Mobiles Internet, Telefonieren, Netzverfügbarkeit) mindestens die Note 1,2 bekommen. Schon im letzten Jahr war die Telekom nahe dran, diesen Status zu erreichen, aber bei der Verfügbarkeit fehlte noch ein bisschen. Das ist in diesem Jahr anders. Dass der Magenta-Konzern sich von der Konkurrenz abhebt, zeigt sich auch daran, dass er ebenso unsere 5G-Wertung mit der Note 1,1 gewinnt und zudem das beste Netz in den Fernzügen hat. Die nur gute Note von 1,7 legt offen, dass diese Baustelle „Deutsche Bahn“ immer noch nicht geschlossen ist (später dazu mehr). In vier der von uns genauer untersuchten fünf Großstädte Berlin, Hamburg, München, Stuttgart und Leipzig gewinnt die Telekom auch das Städteranking. Nur in Stuttgart muss sie sich Vodafone knapp geschlagen geben.

Interessantes spielt sich hinter unserem Testsieger ab, denn hier beeinflusst der Markteintritt von 1&1 die Verhältnisse. Wir haben das 1&1-Netz noch nicht in den Test aufgenommen, denn dort stehen in nächster Zeit größere Änderungen an (auch dazu später mehr). Sicher ist, das Netz wird im nächsten Jahr einen anderen Stand haben als heute. Aber wichtig für heute ist, dass 1&1 seinen Roaming-Partner gewechselt hat: Während früher O2 die über 12 Millionen Kunden mitversorgen musste, fällt diese Rolle nun Vodafone zu. Wir gehen davon aus, dass zum Zeitpunkt des Tests über 11 Millionen 1&1-Kunden immer dann, wenn keine aktiven 1&1-Funkmasten verfügbar waren (also sehr, sehr häufig), das Vodafone-Funknetz genutzt haben. Nur ein kleiner Rest lief noch über O2. Die Folge: Das Roaming erhöht die Netzbelastung bei Vodafone, während O2 mehr Kapazitäten frei hat als bisher. Auch wenn O2 dadurch wichtige finanzielle Einnahmen wegfallen, kommt es anscheinend der Netzqualität zugute: Erstmals erhält O2 die sehr gute Schulnote 1,5, bleibt aber auf dem dritten Platz. Verglichen mit dem Vorjahr kann sich das Netz mit 3,4 Prozent am stärksten steigern. Wir sehen eine deutliche Verbesserung beim mobilen Internetzugang in dicht bevölkerten Gegenden. Das macht den Schluss sehr wahrscheinlich, dass O2 diese Verbesserung zu einem nicht geringen Teil der verringerten Last im Netz verdankt.

Vodafone hat dagegen die Integration von Millionen neuen Roaming-Teilnehmern richtig gut bewältigt, obwohl die 1&1-Kunden vermutlich nach unserer Schätzung rund 20 Prozent des Datenverkehrs in seinem Netz verursachen. Die zusätzliche Last wirkt sich nach unseren Messungen aber nicht negativ auf die Netzqualität und damit das Kundenerlebnis aus – im Gegenteil: Das Netz „verdaut“ die neuen Teilnehmer scheinbar problemlos und verbessert sich. Im Vergleich zum Vorjahr legt das Netz sogar um 0,9 Prozent zu. Damit erreicht Vodafone die Schulnote 1,3 – ebenfalls ein sehr gut – und untermauert seine Stellung als der zweitbeste Netzbetreiber in Deutschland.

Das Bild zeigt das E-Auto mit Dachbox

Erstmals hat NET CHECK auch mit einem E-Auto, dem Kia EV3, Messungen durchgeführt

CHIP

Millionen von Messungen für den Netztest

Das Testergebnis speist sich aus zwei verschiedenen Quellen, die uns einen genauen Einblick in den Zustand der Mobilfunknetze erlauben: Messungen vor Ort und Daten, die NET CHECK mehr als 1,5 Millionen Handynutzer nach den Vorgaben der DSGVO zur Verfügung gestellt haben. Diese Crowdsourcing-Daten geben zwar einen guten Einblick in die Alltags-Performance der Netze für die Nutzer. Essenziell wichtig sind sie aber, um die Verfügbarkeit der Netze in der Fläche zu beurteilen.

Die Messungen mit Testequipment vor Ort geben dagegen genau Aufschluss über die Netzqualität beim Telefonieren und Surfen entlang der Fahrtstrecke, welche die Messtechniker unseres Partners NET CHECK mit dem Auto, im Zug und in einigen ausgewählten Großstädten zu Fuß sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln unternommen haben. Insgesamt sind sie mit mehreren Autos fast 8.400 Kilometer durch die Bundessrepublik gefahren und haben dabei 35 Städte untersucht. Alle Messungen haben sie direkt auf Smartphones vom Typ Samsung Galaxy S25+ mit aktiviertem 5G durchgeführt, die in der Dachbox der Mess-Fahrzeuge untergebracht waren. In den Zügen der Deutschen Bahn haben sie 2.665 Kilometer zurückgelegt. Die Daten aus der Dachbox der Autos wurden vom Benchmarker 3 von Rohde & Schwarz Mobile Network Testing (MNT) eingesammelt, dem mit Abstand größten Hersteller von Mobilfunk-Benchmarking-Systemen. Die Messungen in den Zügen haben die Techniker mit dem Rucksacksystem Freerider 4 von Rohde & Schwarz MNT aufgenommen. Alle Details zum Messverfahren finden Sie hier.

Erstmals hat NET CHECK auch ein E-Auto für Messfahrten eingesetzt, den Kia EV3. Wichtig bei der Wahl war, dass der Wagen über die V2L-Technologie („Vehicle to Load“) verfügt, durch welche die Batterie des Fahrzeugs externe Geräte wie die umfangreichen Messsysteme zuverlässig mit ausreichend Strom versorgen kann. Dadurch wird der kontinuierliche Betrieb der energieintensiven Messsysteme während der Messfahrten gewährleistet. Den reibungslosen Einsatz des Fahrzeugs haben die Ladeservices von DKV Mobility gewährleistet, die dem Kia zur Verfügung standen und insbesondere das Laden über Nacht erleichterten. „Ich bin stolz darauf, dass NET CHECK und CHIP jedes Jahr beim Netztest neue Maßstäbe setzen. Damit sind wir der Branchengradmesser“, sagt Detlef Zernick, Gründer und CEO unseres Partners NET CHECK.

Performance

  • Anteil der Downloads über 2 MBit/s
  • Anteil der Downloads über 5 MBit/s
  • Anteil der Downloads über 20 MBit/s
  • Anteil der Downloads über 100 MBit/s

Anteil der Downloads über 2 MBit/s

Anteil der Downloads über 5 MBit/s

Anteil der Downloads über 20 MBit/s

Anteil der Downloads über 100 MBit/s

Mehr

Anteil der Downloads über 2 MBit/s: Zum Websurfen ohne Video sind 2 MBit/s die Grundvoraussetzung. Das sollte jedes Netz immer und überall anbieten. Für die Deutsche Telekom und Vodafone trifft das auch zu, aber bei O2 muss man kleine Abstriche machen.

Unser Testcenter hat diese Produkte unter Laborbedingungen geprüft und die
Ergebnisse in Zusammenarbeit mit der Fachredaktion kontrolliert. Unsere Tests sind stets unabhängig und
transparent.

Reichlich Performance für Alltagsaufgaben

Unsere Messungen während der Fahrt zeigen, dass sich die Telekom bei der Performance von den Konkurrenten teilweise klar absetzt. Entlang unserer Fahrtstrecke haben wir analysiert, wie gut sich die Netzbetreiber in verschiedenen Szenarien schlagen: 2 MBit/s, die z.B. beim Aufrufen von Webseiten ausreichen, erreichen wir in in den Netzen von Telekom und Vodafone so gut wie immer, nämlich in über 99,3 Prozent der Fälle. Im Netz von O2 klappt das auch ganz gut mit einer Quote von 98,7 Prozent. Für die ruckelfreie Wiedergabe von HD-Videos ist ein Tempo von 5 MBit/s und höher eine gute Voraussetzung. Auch hier liegt die Telekom mit ihrer 99,1-prozentigen Erfolgsquote vor Vodafone mit 98,2 Prozent und O2 mit 97 Prozent.

Wenn es um die Bereitstellung von echtem Highspeed geht, wird ein klarer Unterschied zwischen Stadt und Land sichtbar. Das zeigt der Anteil der Downloads auf unserer Autofahrt, die im Schnitt mindestens 100 MBit/s lieferten. Während die Telekom in den Städten eine Highspeedquote von über 91 Prozent erreicht, sind es auf Autobahnen und Landstraßen nur noch knapp über 70 Prozent. Für Vodafone messen wir auf dem Land eine Highspeed-Quote von 56 Prozent, während O2 klar das Schlusslicht markiert und nicht einmal 38 Prozent erreicht. In den nächsten Jahren müssen die Netzbetreiber kräftig nachlegen, denn die Auflagen der Bundesnetzagentur sehen ab 2029 „eine Versorgung in jedem Bundesland von mindestens 99 Prozent der Haushalte in dünn besiedelten Gemeinden mit mindestens 100 MBit/s“ pro Funkzelle vor. Auch auf den Bundesstraßen soll 100 MBit/s der Normalfall werden. Laut unseren Messungen darf man heute noch längst nicht von einem Normalfall sprechen.

Sonderwertung: Fernzüge

CHIP / NET CHECK 2025

Energieeffizienz: Klasse <%- eek %>

In den Zügen bleibt es kompliziert

Für die meisten Alltagsaufgaben müssen die Netze keine hohen Geschwindigkeiten bereitstellen. Dementsprechend zuverlässig erledigen sie typische Alltags-Tasks wie das Abrufen eines YouTube-Livestreams oder unserer Test-Webseiten. Auch beim Telefonieren oder bei WhatsApp-Calls machen die Netze nur sehr selten Fehler. Die Erfolgsquoten liegen immer über 99,5 Prozent und stets führt die Telekom, selbst wenn die Abstände zu Vodafone und O2 gering ausfallen. Die absoluten Zahlen verdeutlichen das: Von den über 4.200 Telefonaten, die wir bei O2 in den Städten durchgeführt haben, konnten wir nur ganze sieben nicht erfolgreich zu Ende führen. In den Städten haben wir in allen Netzen nur ein einziges Telefonat mit einer sehr langen Rufaufbauzeit von mehr als 15 Sekunden registriert – vor ein paar Jahren noch waren das viel mehr.

Enttäuscht sind wir einzig von den Messungen in den ICEs. Traditionell ist der Mobilfunk in den Zügen ein Problemfall – besonders im Vergleich zum Vorbild Schweiz fällt die Netzqualität in den Zügen deutlich ab. Um dieses Manko zu beheben, haben Telekom und Vodafone langjährige Kooperationen mit der Deutschen Bahn aufgelegt, die den Empfang entlang der Zugstrecken bis Ende 2026 deutlich verbessern sollen. Wir sehen, dass die Netze partiell besser geworden sind, aber die Qualitätssteigerung erreicht längst nicht immer die Fahrgäste im Zug. Damit das Signal bestmöglich zu ihnen kommt, läuft aktuell ein Technologieumbruch von Repeatersystemen hin zu mobilfunkdurchlässigen Scheiben. Solange dieser Umbruch noch nicht vollzogen ist, kommen einzelne Maßnahmen der Verkehrsunternehmen und der Netzbetreiber nicht in vollem Ausmaß bei den Zugreisenden an.

In den ICEs hat vor allem O2 im Vergleich zum Vorjahr zugelegt. Das gilt besonders für das mobile Surfen: Im letzten Jahr hatten wir noch eine schlechte Quote von nur 88,9 Prozent an erfolgreich durchgeführten Downloads gemessen. Jetzt sind es schon 95,8 Prozent, womit O2 die Fehlerquote mehr als halbiert hat und sogar vor Vodafone mit 94,9 Prozent landet. Ganz vorne liegt klar die Telekom mit 98,4 Prozent. In dem Test geht es darum, eine 10 MByte große Datei innerhalb eines vordefinierten Zeitraums komplett herunterzuladen. Im Kontrast dazu bleiben aber typische Schwachpunkte bestehen wie etwa eine hohe Anzahl an Telefonaten, die Samples mit schlechter Sprachqualität enthalten. Der Anteil an schlechten Samples, bei der man seinen Gesprächspartner kaum noch verstehen kann, liegt für die Telekom bei 4,3 Prozent, für Vodafone bei 5,5 Prozent und für O2 bei 7,2 Prozent. Zum Vergleich: In den Städten liegt kommt dieser Problemfall so gut wie gar nicht vor, die Quote liegt unter 0,25 Prozent. Auch wenn es darum geht, genug Speed für HD-Videos bereitzustellen, klappt das im Zug längst nicht immer. Hier ist O2 klares Schlusslicht mit einer Quote von nur 76 Prozent. Vodafone kommt auf 83 Prozent und die Telekom immerhin auf 90 Prozent. Insgesamt sehen wir also nicht gerade eine Entwicklung, bei der die Fahrgäste bis 2026 auf allen Strecken ohne Unterbrechung telefonieren und surfen können – so das formulierte Ziel der Telekom.

Verfügbarkeit

  • LTE bzw. 5G verfügbar in der Stadt
  • LTE bzw. 5G verfügbar auf dem Land
  • Highspeed und hohe Qualität verfügbar in der Stadt
  • Highspeed und hohe Qualität verfügbar auf dem Land
  • Kein Netz verfügbar in der Stadt
  • Kein Netz verfügbar auf dem Land

LTE bzw. 5G verfügbar in der Stadt

LTE bzw. 5G verfügbar auf dem Land

Highspeed und hohe Qualität verfügbar in der Stadt

Highspeed und hohe Qualität verfügbar auf dem Land

Kein Netz verfügbar in der Stadt

Kein Netz verfügbar auf dem Land

Mehr

LTE bzw. 5G verfügbar in der Stadt: Moderne Funktechniken wie LTE und 5G sind in den Städten überall verfügbar. Unterschiede zwischen den Netzen gibt es praktisch nicht. Die Verfügbarkeit an sich sagt aber noch nichts darüber aus, wie gut die Netzqualität ist.

Unser Testcenter hat diese Produkte unter Laborbedingungen geprüft und die
Ergebnisse in Zusammenarbeit mit der Fachredaktion kontrolliert. Unsere Tests sind stets unabhängig und
transparent.

So gut sind die Netze in der Fläche

Um die Verfügbarkeit der Netze in der Fläche zu ermitteln, treiben wir hohen Aufwand. Die Datenspezialisten von NET CHECK haben über 9,1 Milliarden Rohdaten von mehr als 1,5 Millionen Geräten erfasst, die uns diese unter den Rahmenbedingungen der DSGVO zur Verfügung gestellt haben. Nach der Validierung haben sie fast 2,8 Milliarden Handydaten genauer analysiert. Sie können damit die Verfügbarkeit und Performance der Netze auf einer Fläche von rund 238.000 Quadratkilometern analysieren. Damit dürften wir nahezu alle Siedlungs- und Verkehrsflächen Deutschlands erfassen. Unseres Wissens ist das die umfassendste Auswertung von Handydaten für das Bundesgebiet.

Bei der Verfügbarkeit hat die Bundesnetzagentur bis 2030 ebenfalls anspruchsvolle Vorgaben gemacht, und erwartet „eine Versorgung von bundesweit mindestens 99,5 Prozent der Fläche mit mindestens 50 MBit/s.“ Das wird ein harter Weg, denn die Behörde hat Ende Oktober in einer Analyse festgestellt, dass zwei Prozent der Fläche Deutschlands noch überhaupt keine Mobilfunkversorgung haben.

Von den 238.000 Quadratkilometer, die wir anhand der Crowdsourcing-Daten untersuchen konnten, steht gerade in den ländlichen Gebieten längst nicht immer eine schnelle Geschwindigkeit zur Verfügung. Nach unserer Auswertung erreicht die Telekom mit 96,3 Prozent noch eine vergleichsweise hohe Quote, während Vodafone und O2 mit je 92,8 Prozent etwas zurückliegen. Unsere Daten zeigen, dass die Netze von einer flächendeckenden Highspeed-Versorgung ein ganzes Stück weit entfernt sind, zumal man die unversorgten Regionen dazu addieren muss. Hinzukommt noch eine Dunkelziffer bezüglich der Flächen, über die es bisher gar keine aussagekräftigen Daten gibt.

Die Crowdsourcing-Daten geben uns einen Einblick in die Performance abseits der Route, die wir mit dem Auto, im Zug oder zu Fuß zurückgelegt haben. Dabei schauen wir uns an, wie hoch der Anteil von 2 MByte großen Downloads ist, die innerhalb von drei Sekunden ablaufen. Die Telekom bewahrt mit einer Erfolgsquote von knapp 96 Prozent in den Städten ihren Vorsprung aus dem letzten Jahr vor den Konkurrenten Vodafone und O2 (rund 93,4 Prozent). Auf dem Land sieht es ähnlich aus, nur dass die Erfolgsquoten um zwei bis drei Prozent zurückgehen. Das bedeutet, Websurfen funktioniert in den Netzen fast immer und überall reibungslos, aber es zeigt sich wie auf unserer Messfahrt ein Gefälle zwischen Stadt und Land, wo der Anteil an nicht so gut versorgten Gebieten höher ist.

Netzperformance laut Crowdsourcing-Daten

  • Downloads von 2 MByte unter 3 Sekunden in der Stadt
  • Downloads von 2 MByte unter 3 Sekunden auf dem Land
  • Upload von 1 MByte unter 3 Sekunden in der Stadt
  • Uploads von 1 MByte unter 3 Sekunden auf dem Land

Downloads von 2 MByte unter 3 Sekunden in der Stadt

Downloads von 2 MByte unter 3 Sekunden auf dem Land

Upload von 1 MByte unter 3 Sekunden in der Stadt

Uploads von 1 MByte unter 3 Sekunden auf dem Land

Mehr

Downloads von 2 MByte unter 3 Sekunden in der Stadt: Der Surfalltag besteht häufig aus kleinen Downloads wie etwa eine Webseite mal so eben aufs Handy laden. Unsere Crowdsourcing-Daten zeigen: Im Stadtgebiet erfüllt die Telekom diese Anforderung am häufigsten.

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5G-Ausbau in vollem Gange

Weit fortgeschritten ist der 5G-Ausbau. In vielen Gegenden stellen die Netzbetreiber die neueste Funktechnik schon bereit und in den Städten sogar in der Turbo-Variante auf Band N78 bei 3,6 GHz. Diese Variante ist besonders wichtig, da 5G nur auf diesen Frequenzen wesentlich höhere Geschwindigkeiten erreicht, als sie mit LTE möglich sind. Dabei geht es nicht nur um die Bereitstellung von Highspeed, sondern auch darum, Lastspitzen im Netz besser abzufangen – das gilt zum Beispiel für stark frequentierte Bereiche in den Innenstädten. Von den 35 Städten, die wir im Rahmen unseres Tests besucht haben, hatte nur die kleine Gemeinde Hasselfelde im Harz keinerlei Versorgung mit dem Turbo-5G. In den Städten haben die Scanner entlang unserer Fahrtstrecke einen hohen Anteil von 5G auf Band N78 registriert. Die Telekom führt mit einer Verfügbarkeit von 81 Prozent im Vergleich zu Vodafone mit 78 Prozent und O2 mit fast 72 Prozent.

Auf dem Land bauen die Netzbetreiber das Turbo-5G nur gebremst aus. Das liegt vor allem daran, dass die Funkreichweite auf Band N78 oft nur ein paar hundert Meter beträgt und damit nicht praktikabel für eine Versorgung großer Flächen ist. Hier liegt entlang unserer Fahrtstrecke Vodafone mit fast 37 Prozent sogar vor der Telekom mit 33 Prozent. O2 folgt abgeschlagen mit knapp 19 Prozent. Aber die Versorgung mit 5G insgesamt, also auch auf Frequenzen wie 700 MHz, die zwar eine größere Reichweite haben, aber nicht die hohe Bandbreite erlauben wie auf 3,6 GHz, ist auf dem Land inzwischen sehr hoch. Wir messen mit den Scannern eine Verfügbarkeit zwischen 88 und 93 Prozent entlang unserer Fahrstrecke.

Zitat von Detlef Zernick, CEO von NET CHECK

Der Chef unseres Partners NET CHECK lobt die Fortschritte der Netzbetreiber.

CHIP / NET CHECK

Wo reiht sich 1&1 ein?

Den vierten Netzbetreiber 1&1 haben wir in diesem Jahr noch nicht mitgemessen, sondern ihn in einer separaten, beinahe ebenso ausführlichen Test-Kampagne untersucht (Details dazu finden Sie hier). Es gibt gute Gründe, den Newcomer jetzt noch nicht aufzunehmen: Bei 1&1 stehen in Kürze wichtige Veränderungen an, die erst ab 2026 wirksam werden. Bis Ende 2025 werden alle 1&1-Kunden das Roaming über Vodafone nutzen, sofern das immer noch kleine Funknetz von 1&1 mit 1.500 aktiven Sendestationen, nicht zur Verfügung steht. Zum Zeitpunkt unseres Tests waren erst rund 11 Millionen von den mehr als 12 Millionen Kunden im Vodafone-Roaming. Die anderen nutzten nach wie vor das auslaufende O2-Roaming.

Zudem erhält das Roaming ein wichtiges Upgrade: Künftig wird mit dem bidirektionalen Handover der dynamische Wechsel vom Vodafone- zurück ins 1&1-Netz möglich. Aktuell funktioniert es nur in die andere Richtung: Verlässt ein aktiver Nutzer den Bereich der 1&1-Funkversorgung, wird er automatisch an die beste verfügbare Vodafone-Basisstation übergeben – und bleibt auch dann im Vodafone-Funknetz, wenn er wieder 1&1-versorgten Bereich betritt. Erst wenn das Handy eine Weile im Idle-Modus war, kann es sich wieder mit dem 1&1-Funknetz verbinden. 

Hinzukommen neue Frequenzen, die 1&1 ab 2026 zur Verfügung stehen sollen. Am interessantesten dabei ist weiteres Funkspektrum im langwelligen Bereich zwischen 700 und 900 MHz, das 1&1 von den anderen Netzbetreibern laut den Auflagen der Bundesnetzagentur erhalten soll. Diese sträuben sich noch, dem wertvollen Spektrum Adieu zu sagen, denn es hat eine hohe Reichweite und ist ideal für eine gute Netzversorgung in Gebäuden. Darüber hinaus hat 1&1 ein großes Eigeninteresse daran, sein eigenes Netz zügig auszubauen, denn es überweist Vodafone anteilig an der Datenmenge für seinen Roaming-Service reichlich Geld. All diese Faktoren werden dafür sorgen, dass 1&1 im nächsten Jahr anders aufgestellt sein wird als heute, und der sehr hohe Roaming-Anteil dürfte künftig um einiges geringer ausfallen.

Aktuell würden wir das Netz von 1&1 hinter den Konkurrenten einreihen, aber mit dem Potential zu ihnen aufzuschließen. Zum Teil ist 1&1, was die Performance angeht, schon nahe dran oder dürfte zumindest nicht überall auf dem letzten Platz stehen – auch wenn wir aufgrund der unterschiedlichen Fahrtstrecke keinen direkten Vergleich der Mess-Ergebnisse ziehen können. Bei der Zuverlässigkeit muss 1&1 künftig aber zulegen. Das Problem ist, dass sich die Abläufe durch das Vodafone-Roaming komplexer gestalten und offensichtlich nicht vollständig zwischen den beiden Netzbetreibern optimiert sind. Die Erfolgsquoten der drei etablierten Netzbetreiber liegen, wie schon erwähnt, häufig nahe der Perfektion mit Werten knapp über oder unter 99,5 Prozent. So weit ist 1&1 noch nicht, und erreicht dieses Niveau besonders beim Telefonieren nicht ganz. In den Fernzügen haben wir ebenfalls teils erhebliche Probleme festgestellt. Trotzdem gibt es keine grundsätzlichen Hindernisse für 1&1, die Lücke zu den etablierten Netzbetreibern zu verkleinern.

Fazit für dieses Jahr

Das Niveau des Mobilfunks in Deutschland ist höher als viele Leute denken und klar besser als der schlechte Ruf, den er sich in der Vergangenheit verdient hat. Detlef Zernick, der CEO unseres Partners NET CHECK kommentiert die Ergebnisse des gemeinsamen Netztests so: „Deutschland ist ein anspruchsvolles Mobilfunkland – wichtigstes Transitland Europas, riesiges Verkehrsnetz, komplexe Topographie und Milliarden, die für Frequenzen an den Staat bezahlt wurden und dann beim Netzausbau fehlten. Und trotzdem: Deutschlands Mobilfunknetze sind top: Die Deutsche Telekom erzielt erstmals ein „Exzellent“, Vodafone steigert trotz 12 Millionen zusätzlicher Nutzer die Performance, O2 erreicht ein „sehr gut“ und 1&1 zeigt, dass mit ihnen zu rechnen ist. Fazit: Unsere anspruchsvollen Tests treiben die Anbieter zu mehr Investitionen und Innovationen – zum Vorteil der Nutzer. Wir bleiben dran!“ Klar ist also, dass wir inzwischen drei sehr gute Funknetze haben, wobei die Telekom noch einmal ein Stück herausragt. Das zeigt sich unter anderem darin, dass es nicht nur das schnellste, sondern auch das zuverlässigste Netz mit der größten Abdeckung ist. Wo sich künftig das vierte Funknetz von 1&1 einsortiert, das werden wir im nächsten Jahr ermitteln. Den ersten Platz wird es aber ganz sicher nicht angreifen können.

Zuletzt aktualisiert am 22.11.2025

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