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Kolumbien schlägt das F-16-Angebot der USA aus. Stattdessen kauft Bogotá 17 schwedische Gripen-Jets. Der Deal kostet 3,6 Milliarden Dollar.
Kolumbien hat die amerikanischen Vorschläge für die F-16 offiziell abgelehnt und einen Vertrag über 3,6 Milliarden Dollar mit dem schwedischen Saab über Gripen E/F-Kampfflugzeuge unterzeichnet. Damit endet eine jahrzehntelange Suche nach einem Nachfolger für die veraltete Kfir-Flotte.
Schwedische Gripen-Jets werden künftig die kolumbianische Luftwaffe verstärken, nachdem Bogotá das F-16-Angebot der USA zugunsten eines 3,6-Milliarden-Dollar-Deals mit Saab ablehnte. © IMAGO/Björn Larsson Rosvall/TT
Die Vereinbarung, die am vergangenen Wochenende abgeschlossen wurde, markiert eine bemerkenswerte Kursänderung in der Rüstungspolitik von Bogotá und bestätigt die lang gehegte Vorliebe von Präsident Gustavo Petro für das schwedische Angebot. Die Aktien von Saab stiegen am Montag um 7,4 Prozent, was die starke Marktreaktion auf das Milliardengeschäft widerspiegelt.
Kolumbien bricht mit USA-Tradition: Bogotá setzt auf europäische Gripen statt F-16-Jets
Diese Entscheidung bedeutet eine der größten Veränderungen der kolumbianischen Verteidigungspolitik seit Jahrzehnten und durchbricht die langjährige Gewohnheit, bei großen Luftwaffenprogrammen auf amerikanische Systeme zu setzen. Für Washington stellt die Ablehnung der F-16—trotz monatelanger intensiver Lobbyarbeit—eine deutliche Verschiebung in der strategischen Ausrichtung von Bogotá dar, das jetzt stärker auf tiefergehende industrielle und technologische Kooperationen mit europäischen Ländern setzt.
Der Schritt erfolgt auch zu einem Zeitpunkt zunehmender Spannungen im Norden Südamerikas. Kolumbien hat die Überwachung und Einsatzbereitschaft an der Grenze zu Venezuela verstärkt, angesichts anhaltender Streitigkeiten über Migration, territoriale Ansprüche und militärische Aktivitäten. Das Bedürfnis nach einer modernen, zuverlässigen Flotte von Jagdflugzeugen ist dringlicher geworden, da Bogotá versucht, Diplomatie mit der praktischen Notwendigkeit, den Luftraum zu sichern, zu verbinden.
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Fotostrecke ansehenVeraltete Kfir-Flotte wird ersetzt: Kolumbien sucht Alternative zu teurer US-Wartung
Die Kfirs Kolumbiens, angeschafft in den späten 1980er Jahren, sind immer schwieriger und teurer zu warten. Die israelisch gebauten Maschinen sind mittlerweile auf veraltete Ersatzteile und spezialisierte technische Unterstützung angewiesen.
Der diplomatische Bruch Kolumbiens mit Israel nach der Kritik von Präsident Gustavo Petro am israelischen Vorgehen im Gazastreifen hat Bogotá zudem weiter von essenziellen Ersatzteilen, Software-Updates und zertifizierten Wartungsdiensten abgeschnitten. Da die einzige Wartungslinie gekappt wurde, wuchs die Dringlichkeit, schnell eine moderne, nachhaltige Alternative zu finden.
Gripen siegt über F-16 aus USA: Schwedisches Angebot überzeugt Kolumbien bei Wartung
Die Gripen E/F überzeugte kolumbianische Verteidigungsbeamte durch die vergleichsweise geringe Wartungsbelastung, die hohe Anzahl an Einsätzen, die Fähigkeit zu dezentralisierten Operationen und die langfristige Bezahlbarkeit. Das umfangreiche Angebot von Saab im Bereich industrieller Kooperation, einschließlich technologischer Zusammenarbeit innerhalb Kolumbiens, gab den Ausschlag. Bogotá wird damit, nach Brasilien, zum zweiten Gripen-Nutzer in Südamerika.
Petro bestätigte den Kauf von 17 Gripen-Jets in einer Reihe von Beiträgen in den sozialen Medien.
USA unterbreiten 4,2-Milliarden-Angebot: Kolumbien lehnt F-16 trotz NATO-Vorteilen ab
Die USA unter Präsident Donald Trump unterbreiteten ein starkes Angebot und schlugen eine Mischung aus neuen F-16 Block 70 und geschenkten Block 50/52-Flugzeugen im Wert von rund 4,2 Milliarden Dollar vor. Amerikanische Vertreter betonten die NATO-Interoperabilität und künftige Kooperationsmöglichkeiten und präsentierten die F-16 als Plattform, die zu Kolumbiens Rolle als einziges „globales Partnerland“ des Bündnisses in Lateinamerika passt. Dennoch hielt Petro an früheren Analysen fest, die der Gripen bei Wartungskosten, betrieblicher Flexibilität und industrieller Beteiligung besser bewerteten.
Die Rafale aus Frankreich beeindruckte mit ihrer Leistung, doch der höhere Preis und ein begrenzteres Technologieübertragungspaket machten das Angebot von Saab stärker. Chinas J-10CE wurde als am wenigsten kompatibel mit Kolumbiens bestehenden Systemen und Partnerschaften angesehen. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com)