War die Aktion spontan oder hatten Sie das schon länger geplant?
Stipendiatin: Wir haben das schon länger geplant. Als wir erfahren haben, dass Merz Schirmherr werden soll, waren wir total schockiert und es gab super viele Diskussionen innerhalb der Stipendiat:innenschaft. Dann haben wir uns überlegt, was wir tun können. Die Stiftung wusste nichts von unserer Protestaktion und war überhaupt nicht involviert. In den letzten Wochen hat ein großes Orga-Team von uns viele mobilisiert. Wir haben viele Telefonate geführt, viel darüber geredet, auch was diese Aussagen mit uns machen, weil wir auch mit den Aussagen gemeint sind, wie auch viele andere migrantische Menschen hier in Deutschland. Daher war das auf keinen Fall ein spontaner Protest.
Gleichzeitig muss man auch sagen, dass wir nicht einschätzen konnten, wie viele am Ende aufstehen werden. Das war alles super aufregend. Und dann, als wir aufgestanden sind, hat sich das unglaublich empowernd angefühlt. Und mit so einer medialen Aufmerksamkeit, auch international, haben wir nicht gerechnet.
Unser springender Punkt war wirklich nur, dass wir sagen wollen, wir akzeptieren die Schirmherrschaft von Friedrich Merz nicht. Gleichzeitig wollen wir uns solidarisieren mit allen anderen Menschen, die einen Migrationshintergrund haben hier in Deutschland, deren Stimmen nicht sichtbar sind.