1. Startseite
  2. Sport
  3. BG Göttingen

DruckenTeilen

Treibende Kraft: Jordan Sears bringt den Ball nach vorn, Hagens Dennis Nawrocki sieht zu.Treibende Kraft: Jordan Sears bringt den Ball nach vorn, Hagens Dennis Nawrocki sieht zu. © Alciro Theodoro Da Silva/gsd

Einfach eine irre Partie! Die S-Arena ist erstmals in der 2. Liga ProA ausverkauft, 3447 Zuschauer sorgen für eine prickelnde Atmosphäre. Aber die BG Göttingen kassiert die zweite Heimniederlage beim 98:103 gegen Spitzenreiter Phoenix Hagen.

Göttingen – Ein Riesen-Spiel, Topleistungen von beiden Teams, doch am Ende heißt der Sieger Phoenix Hagen mit 103:98 (49:52) bei der BG Göttingen. Die beiden Top-Spielmacher gehen voran: Jordan Sears markiert starke 30 Punkte für die BG. Marcus Graves 27 für Hagen, das nun alleiniger Spitzenreiter ist.  

Was für ein Start der Veilchen! Zach Jackson, Robin Lodders und dann zwei Dreier von Jackson und Kapitän Mathis Mönninghoff zum 10:0, irre. Spielmacher Daniel Kirchner zum 12:0. Erst nach 3:49 Minuten die ersten Punkte der Gäste durch Pointguard Marcus Graves. 14:2 durch zwei Freiwürfe von Jackson. Weiter geht’s 19:2 durch Jackson – ein Wahnsinns-Auftakt vor voller Hütte. Dreier kann Phoenix aber auch: Bjarne Kraushaar dann zweimal zum 14:22. Kontert Nils Schmitz aus der linken Ecke zum 27:14. Nach den ersten zehn Minuten steht ein 29:18 auf den Anzeigetafeln in der proppevollen S-Arena.

Kevin Buckingham eröffnet den zweiten Abschnitt. Dann trifft auch Julius Böhmer zum 35:23, aber die Westfalen verkürzen durch Jeff Carroll und Graves zum 27:35. War irgendwie klar, dass die Veilchen diesen irren Start nicht würden halten können. Und die Phoenix-Spieler heizen zusätzlich noch ihre Fans an. Graves haut einen Dreier rein, nur noch 35:32 für die BG, die in ihren Abschlüssen zu ungenau ist. Mönninghoff leistet sich ein Technisches Foul wegen Reklamierens, gepfiffen von Schiri Tamer Arik. Hagen nutzt die Freiwürfe zum 38:37 für seine Farben. Die Antwort? Dreier von Mönninghoff und Jordan Sears zum 45:40. Das Tempo bleibt sehr hoch, Action auf beiden Seiten ohne Ende. Phoenix wieder auf 44:45 ran. Die letzten beiden Würfe gehören dann Janis Jünemann: Heißer Dreier zum 50:47 – kann er auch, der lange aus Landolfshausen. Und noch einer: Den zweiten Dreier kriegt er nicht, dann eben hart ab zum Korb und rein damit – schöner Dunk!  Ab in die Pause!

Mit zwei Drei-Punkt-Spielen geht’s weiter: Erst Hendrik Drescher, dann Jordan Sears zum 60:53. Doch die Westfalen lassen nicht locker. pirschen sich wieder heran. Böhmer markiert das 64:60, aber dann wieder Phoenix: Kraushaar erzielt die Führung für die Gäste bei 65:64. Auszeit Veilchen! Doch Hagen erhöht auf 69:64. Kirchner per Drei-Punkt-Spiel zum 67:69 und gleich aus zum 69:69. Dann wieder Phoenix: Marinus N’Guessan per Drei-Punkt-Spiel zum 72:69, das Lodders auf 71:72 verkürzt. Nach 30 Minuten heißt es 73:74, die Entscheidung muss im Schlussviertel fallen.

Lodders trift als erster im letzten Viertel. Von Waaden für Hagen, ein Dreier. Buckingham macht es zweimal nach zum 78:77 und 81:79. Beim 84:84 ist es wieder unentschieden. Ein Nervenkrimi, Drama pur. Mister Sears, your Turn: Drei Freiwürfe nach Foul beim Dreierversuch, alle drin. Sofort kippt das Match wieder auf 87:89 nach Dunk durch N’Guessan. Wieder Auszeit BG, aus den Lautsprechern dröhnt „Thunderstruck“ von AC/DC. Hochspannung! Wer landet den Donnerschlag?

2:43 Minuten vor Ende steht’s 91:92. Es folgt? Ein Dreier von Graves. Adam Ramstedt mit leichten Punkten zum 93:95. Auszeit Hagen bei 1:41 Minuten vor Schluss. Einwurf Hagen. Rückspiel! Einwurf BG. Fehlpass Sears, 93:97 Devin Schmidt, Ramstedt zum 95:97. Dann 95:98 Freiwurf N’Guessan. Ballverlust BG von Sears, noch 26 Sekunden. Foul von Böhmer, Freiwürfe Hagen für Dennis Nawrocki, nur der zweite geht rein zum 95:99. Die letzten Punkte fallen für Hagen an der Freiwurflinie, nachdem Sears noch einen BG-Dreier trifft zum 98:101. Nach 40 Drama-Minuten gewinnt Hagen das Topspiel mit 103:98. Eine Partie, die keinen Verlierer verdient hatte.

Hinterher lobten Hagen-Coach Chris Harris und Fabo Strauß die sensationelle Atmosphäre in der Halle. „Das war das beste Spiel, seit ich Trainer in der 2. Liga bin, und das ist seit 2018“, meinte Harris. „Kleine Fehler machten den Unterschied. Für die Fans war ein schönes Spiel“, sagte Strauß.  

BG: Schmitz 3/davon 1 Dreier, Ramstedt 6, Sears 30/4, Kirchner 7, Haase, Buckingham 10/2, Drescher 3, Lodders 6, Mönninghoff 6/2, Jünemann 10/1, Jackson 13/1, Böhmer 4.

Hagen: Graves 27/5, Nawrotzki 7, Kraushaar 16/2, Schmidt 9/1, Bleck 4, Omuvwie 6, van Waaden 5/1, N’Guessan 10, Uhlemann 5/1, Carroll 14/2. (Helmut Anschütz/gsd)