Tausende Menschen sind heute in Frankreich dem Aufruf des Aktivisten Amine Kessaci gefolgt, um gegen die eskalierende Drogenkriminalität im Land ein Zeichen zu setzen. Allein in Marseille nahmen nach Angaben der Präfektur mehr als 6.000 Menschen teil, wie der Fernsehsender BFMTV berichtete. Darunter waren auch zahlreiche Politiker aus verschiedenen Lagern.

APA/AFP/Clement Mahoudeau
Auslöser waren die tödlichen Schüsse auf den 20-jährigen Mehdi Kessaci, dem jüngeren Bruder von Amine, am 13. November. Er wurde in der südfranzösischen Hafenstadt von einem Motorrad aus erschossen. Mehdi befand sich in einer berufspraktischen Ausbildung und wollte in den Polizeidienst eintreten.
Nach Buchveröffentlichung unter Polizeischutz
Amine Kessaci ist Gründer des Vereins Conscience (Bewusstsein), der Familien unterstützt, die von Drogenkriminalität betroffen sind. Der 22-Jährige hat den Verein nach dem Tod seines Halbbruders Brahim gegründet, der 2020 bei einer Abrechnung im Zusammenhang mit Drogenhandel tot in einem ausgebrannten Auto aufgefunden wurde. Amine steht unter Polizeischutz. Erst im Oktober hat er das Buch „Marseille, essuie tes larmes“ (Marseille, trockne deine Tränen) veröffentlicht.
Nach Informationen der Zeitung „Le Parisien“ könnte als Auftraggeber hinter dem Mord der Chef der mächtigen Drogenbande DZ Mafia stehen. Justizminister Gerald Darmanin will mit einem „Null Handy hinter Gittern“-Plan verhindern, dass Auftragsmorde per Mobiltelefon aus der Haft heraus gesteuert werden. „Die Auftraggeber sitzen in unseren Gefängnissen“, erklärte er laut „Le Monde“. Im Jahr 2024 wurden in Frankreich bereits 80.000 Handys in Gefängnissen beschlagnahmt.