Flaggschiff der Luftwaffe

Rekord-Kampfflugzeug kreist jetzt regelmäßig nahe Bremen

Aktualisiert am 23.11.2025 – 02:24 UhrLesedauer: 2 Min.

Das Größte, was die Luftwaffe derzeit zu bieten hat: Der Seeaufklärer vom P-8A Poseidon der Deutschen Marine wird künftig von Cuxhaven aus starten.Vergrößern des Bildes

Das Größte, was die Luftwaffe derzeit zu bieten hat: Der Seeaufklärer vom P-8A Poseidon der Deutschen Marine wird künftig von Cuxhaven aus starten. (Quelle: Maurizio Gambarini/Imago)

In Cuxhaven ist das erste Aufklärungsflugzeug vom Typ P-8A Poseidon der Bundeswehr angekommen. Der Hightech-Jet soll U-Boote jagen, Seewege überwachen – und wird zum neuen Flaggschiff über der Nordsee.

Nur gut 100 Kilometer nordwestlich von Bremen hebt künftig regelmäßig das neue Flaggschiff der Bundeswehr ab: die P-8A Poseidon. Stationiert wird der Seefernaufklärer beim Marinefliegergeschwader im Fliegerhorst Nordholz bei Cuxhaven. Von dort aus soll die Maschine die Nordsee, den Nordatlantik und perspektivisch auch die Ostsee überwachen – und feindliche U-Boote aufspüren.

Die Poseidon basiert auf einer umgebauten Boeing 737, ist jedoch in Wirklichkeit ein fliegender Gefechtsstand. Mit knapp 40 Metern Länge und rund 38 Metern Spannweite gilt sie als das größte Kampfflugzeug, das die Bundeswehr derzeit besitzt. An Bord arbeiten elf Soldaten: Piloten, Koordinatoren und Spezialisten für Sensoren über und unter Wasser. Die Maschine ersetzt die betagte P-3C Orion, deren Technik zuletzt immer häufiger an Grenzen stieß.

Der Auftrag der P-8A ist klar definiert: U-Boote aufspüren, Seegebiete überwachen und Schiffsbewegungen verfolgen. Die Nordsee und der Nordatlantik gelten als sicherheitspolitisch besonders sensibel, weil dort sowohl Handelsrouten als auch strategische Unterseekabel verlaufen und fremde U-Boote unterwegs sein können. Die Bundeswehr soll mit der neuen Maschine einen deutlich spürbaren Beitrag zur Abschreckung leisten.

Technisch ist der Jet dafür umfassend ausgestattet. Im Bug sitzt ein Mehrzweckradar, das Schiffe und Ziele auch bei schlechtem Wetter erkennen kann. Aus der Luft wirft die Poseidon Sonarbojen ins Wasser, die Geräusche von U-Booten aufnehmen und an das Flugzeug übertragen. Optische und Infrarot-basierte Sensoren ergänzen dieses Lagebild.

Über Datenverbindungen kann die Mannschaft die gewonnenen Informationen in Echtzeit an Operationszentren und Schiffe weiterleiten. Sollte es nötig sein, kann die Poseidon auch selbst eingreifen: An Bord können Torpedos und Seezielflugkörper mitgeführt werden.

Für Deutschland wurden insgesamt acht Maschinen bestellt. Die Kosten liegen bei rund 3,1 Milliarden Euro, inklusive Ausrüstung, Ausbildung und Logistik. Bis 2028 sollen alle Flugzeuge ausgeliefert sein. Das Marinefliegergeschwader in Nordholz bereitet sich schon jetzt darauf vor, den vollen Betrieb aufzunehmen.

Für Bremen und den gesamten Nordwesten ist die Ankunft der Poseidon mehr als eine militärische Randnotiz. Zwischen Bremerhaven, Wesermündung und Jadebusen wird die Maschine künftig regelmäßig zu sehen sein – als sichtbarer Teil der deutschen und europäischen Sicherheitsarchitektur. Die Region bekommt damit ein fliegendes Überwachungszentrum vor die Haustür gesetzt.