Die Zahl der Abschiebungen
aus Deutschland ist in den ersten zehn Monaten 2025 im Vergleich zum
Vorjahr um 18 Prozent gestiegen. Von Januar bis Oktober wurden 19.538
Menschen in ihre Heimatländer abgeschoben, schreibt die Bild am Sonntag und beruft sich auf Zahlen des Bundesinnenministeriums. Pro Tag
seien das durchschnittlich 65 Menschen. 2024 waren im gleichen
Zeitraum 16.563 Geflüchtete aus Deutschland zurück in ihre Heimatländer geschickt worden.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU)
plant diesen Kurs fortzuführen: „Es geht um Kontrolle, Kurs und klare
Kante in der Migrationspolitik, das gilt auch für Rückführungen“, sagte
er der Zeitung. „Wir gehen diesen Kurs konsequent weiter und bereiten Abschiebungen nach Syrien und Afghanistan vor.“
Bis einschließlich September dieses Jahres waren einem früheren Bericht in der Neuen Osnabrücker Zeitung zufolge bereits 17.651 Abschiebungen aus Deutschland gemeldet worden. Die meisten Menschen wurden dem Bericht zufolge in die Türkei und nach Georgien abgeschoben. Bei jedem fünften Abgeschobenen handelte es sich bis September um ein Kind oder einen Jugendlichen.
Markus Söder lobt „deutliche“ Erhöhung
CSU-Chef Markus Söder hatte am Tag zuvor mehr Tempo bei Abschiebungen von Migranten ohne Aufenthaltsrecht gefordert. Das Ziel sei, im kommenden Jahr „eine Abschiebeoffensive“ zu organisieren“, sagte Söder am Samstag nach einer zweitägigen Klausurtagung des Parteivorstands in München. Der Bundesinnenminister und sein bayerischer Amtskollege Joachim Herrmann (CSU) arbeiteten daran, die Zahl der Rückführungen „deutlich“ zu erhöhen, auch jene nach Syrien und Afghanistan.
© Lea Dohle
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Union und SPD hatten sich in ihrem Koalitionsvertrag das Ziel gesetzt, die Zahl der Abschiebungen
deutlich zu steigern. Dazu planen sie auch Gesetzesänderungen. So
möchte die Koalition den Pflichtanwalt im Rahmen der Abschiebehaft
wieder abschaffen. Die Bundespolizei soll mehr Kompetenzen erhalten.
Gefährder und Täter schwerer Straftaten sollen in einen dauerhaften
Ausreisearrest genommen werden können, dafür sollen die Kapazitäten für
Abschiebehaft sollen deutlich erhöht werden.
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