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In Wuppertal läuft der Berufungsprozess gegen die Schumacher-Erpresser. Dessen Managerin war als Zeugin geladen – und überraschte mit ihrer Aussage.

Wuppertal – Die versuchte Erpressung der Familie des mehrfachen Formel-1-Weltmeisters Michael Schumacher sorgte vor einigen Jahren für großes Aufsehen. In Wuppertal läuft derzeit der Berufungsprozess gegen die Männer, die für sensible Aufnahmen des 56-Jährigen 15 Millionen Euro gefordert haben sollen. Doch offenbar war es nicht das erste Mal, dass private Aufnahmen des Rekordweltmeisters nach dem Ski-Unfall ungewollt an die Öffentlichkeit gelangten.

Michael Schumacher und Sabine KehmSabine Kehm hat vor dem Landgericht Wuppertal im Berufungsprozess um die Schumacher-Erpressung ausgesagt. (Montage) © Imago/MiS/Eibner

Im Rahmen des Berufungsprozesses vor dem Wuppertaler Landgericht enthüllte die langjährige Managerin von Michael Schumacher, Sabine Kehm, am Freitag (23. November) brisante Details. Demnach soll es bereits im Jahr 2014 einen Erpressungsversuch gegen die Familie des Formel-1-Rekordweltmeisters gegeben haben.

Kehm hatte schon bei erster Erpressung die Krankenschwester von Michael Schumacher in Verdacht

Sie habe demnach bereits „vor einigen Jahren“ von einem Anwalt aus Konstanz kontaktiert worden, weil dieser „von einem Mandanten“ Bilder des schwer kranken Formel-1-Rekordweltmeister erhalten hatte. Dabei habe es sich um Abzüge gehandelt, wie die Schumacher-Managerin vor Gericht erklärte. „Das kam nicht zur Anzeige, es gab keine Forderungen. Aber es waren ganz klar Fotos, die Michael in einer Pflegesituation zeigen“, so Kehm.

„Schon damals hatte ich die Krankenschwestern im Verdacht“, so die Managerin weiter. Und die soll auch im aktuellen Erpressungsfall eine Rolle gespielt haben – zumindest hatte sie laut Kehm ein gutes Verhältnis zum angeklagten Sicherheitsmann. Beide hatten auch Zugang zu einem „Pflegecomputer“ mit Fotos von Michael Schumacher.

Kartbahn, Formel-1-Rekord-Weltmeister und Ski-Unfall – die Tragödie um Michael SchumacherMichael Schumacher 2 v li macht Scherze mit der befreundeten Familie Piedade v li Guido MarcFotostrecke ansehen

Angeklagt ist die Krankenschwester jedoch nicht, sondern sollte lediglich als Zeugin gehört werden. Dazu wird es jedoch nicht kommen. Die Frau ließ sich per Attest aus der Schweiz entschuldigen. Dort hatte sie auch gegen ihre Entlassung geklagt, die Kehm mit der schlechten Arbeit der Krankenschwester erklärte. Zudem läuft ein Verfahren gegen einen ehemaligen Freund von Mick Schumacher, der die Frau vergewaltigt haben soll.

Die wiederholten Erpressungsversuche haben spürbare Folgen für die Familie Schumacher. Kehm beschrieb die Situation als belastend: „Ich finde es extrem perfide, dass man das Leid so ausnutzen will.“ Die Vorfälle hätten dazu geführt, dass die Familie gegenüber Mitarbeitern vorsichtiger geworden sei und mehr Abstand halte.

Zudem würden „gewisse Medien“ nun wieder verstärkt Fotografen an das Familien-Anwesen schicken, was die Privatsphäre weiter beeinträchtige. Die Urteile im Berufungsprozess gegen die Schumacher-Erpresser werden für Anfang Dezember erwartet. Der Richter machte aber schon deutlich, nicht groß vom Strafmaß des Amtsgerichts abweichen zu wollen. (smo)