DruckenTeilen
Ein Möbelhaus aus NRW ist insolvent. © Zoonar/Imago
Das nächste Traditionsunternehmen meldet Insolvenz an: das Möbelhaus Lambert aus NRW. Der Händler betreibt bundesweit sechs Filialen.
Mönchengladbach – Im August stellte die Lambert GmbH einen Antrag für ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Das Unternehmen kämpft seit Mitte dieses Jahres mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Ein Insolvenzplan soll das Traditionsunternehmen wieder auf Kurs bringen und die Filialen retten.
Bundesweit sechs Filialen: Lambert betreibt Läden von München bis Hamburg
Lambert verkauft seit 1967 bundesweit Möbel, Accessoires, Leuchten und Textilien. Das Unternehmen beschäftigt laut eigenen Angaben rund 70 Mitarbeiter. Lambert vertreibt seine Produkte über Händler und eigene Stores. Etwa zehn Prozent des Umsatzes macht der Online-Handel aus (mehr News zu Finanzen bei RUHR24).
Das Unternehmen betreibt Geschäfte in München, Hamburg, Düsseldorf, Berlin, Frankfurt und Köln. Zusätzlich führt es einen Laden in Zollikon in der Schweiz. Am Firmensitz in Mönchengladbach betreibt Lambert ein Outlet. Im Oktober hat bereits der Möbelhersteller Kusch+Co aus NRW nach Jahrzehnten geschlossen.
Ole Franke leitet das Unternehmen als alleiniger Geschäftsführer. Handelspartner und Mitarbeiter habe Franke über die aktuelle Lage informiert, verrät er in einem Gespräch mit „möbelkultur“. Die internationale Wirtschaftskanzlei White & Case steht Lambert als Sachwalter zur Seite. Das Verfahren gibt dem Unternehmen die Chance, den Betrieb weiterzuführen.
Keine Service-News mehr verpassen:
Alle Nachrichten zu Service-Themen direkt aufs Smartphone – jetzt RUHR24 bei Google folgen!
Branche in der Krise: Kunden fehlt Geld für Möbel
Die Möbelbranche steckt in einer tiefen Krise, schreibt die Süddeutsche Zeitung (SZ). Die Umsätze der deutschen Möbelhersteller sanken 2024 um 7,4 Prozent auf 16,4 Milliarden Euro. Bei den Möbelhändlern lag das Minus zwischen sechs und acht Prozent. Die Zahl der Insolvenzen in der Branche stieg auf über 230 Fälle. Das ist ein neues Zehn-Jahres-Hoch.
Gestiegene Lebenshaltungskosten zwingen viele Haushalte zum Sparen. Lebensmittel und Energie haben Vorrang. Kunden stellen Möbelkäufe laut SZ zurück. Zudem wirkt Corona-Pandemie noch nach: In der Zeit kauften viele Menschen neue Möbel. Nun ist der Bedarf gedeckt.