Cedric Itten (Mitte) bejubelt sein Tor

Stand: 22.11.2025 15:35 Uhr

Fortuna Düsseldorf hat am Samstagmittag mit einem Last-Minute-Treffer das Kellerduell der 2. Fußball-Bundesliga gegen Schlusslicht 1. FC Magdeburg für sich entschieden. Düsseldorf gewann mit 2:1 (1:0) und verschaffte sich mit dem eminent wichtigen Erfolg etwas Luft im Abstiegskampf.


Markus Kramer

Cedric Itten sorgte mit seinem Doppelpack (37. und 90.+5 Spielminute) für den ersten Düsseldorfer Sieg unter Trainer Markus Anfang. „Es freut mich wahnsinnig, jeder hat sich reingehauen. Es ist natürlich eine riesige Last abgefallen“, bilanzierte Anfang nach der Partie im Sportschau-Interview. Düsseldorf klettert mit dem ersten Erfolg nach fünf sieglosen Spielen zumindest vorübergehend auf Platz 13 (14 Punkte).

Magdeburg hatte lange gut mitgehalten und durch ein Eigentor von Christopher Lenz spät ausgeglichen (88.), am Ende setzte es aber die dritte Niederlage in Folge für den FCM. Magdeburg bleibt mit sieben Zählern Tabellenletzter und muss die dritte Pleite in Serie hinnehmen.

„Ich bin es langsam leid, darüber zu reden“, sagte ein geknickter Interimstrainer Petrik Sander am Sportschau-Mikrofon über den erneut extrem bitteren Spielverlauf aus Magdeburger Sicht: „Wenn eine Mannschaft so viel Aufwand betreibt und so einen Fußball spielt, dann aber ohne Punkte dasteht, dann ist das schwer zu verarbeiten.“

Magdeburg macht gegen Düsseldorf das Spiel, bleibt aber harmlos

Die Gäste aus Magdeburg zeigten wie so häufig in dieser Saison von Beginn an eine ordentliche Leistung. Im ersten Abschnitt verbuchte der FCM 60 Prozent des Ballbesitzes und strahlte so Spielkontrolle aus. Vorne allerdings fehlte die Durchschlagskraft. Rayan Ghrieb (15.) und Alexander Nollenberger (24. und 25.) sorgten mit ihren Abschlüssen für etwas Gefahr, wirklich in Bedrängnis brachten diese Fortuna-Torwart Florian Kastenmeier aber nicht.

Die Gastgeber wiederum beschränkten sich weitestgehend auf eine kompakte Defensive. Im Spiel nach vorne war Düsseldorf die Verunsicherung aus den Ergebnissen der letzten Wochen durchaus anzumerken, selten wurde eine Situation mit Selbstvertrauen und Überzeugung ausgespielt. Mit ein wenig Glück ergab sich für Emmanuel Iyoha die Großchance zur frühen Führung für die Fortuna, doch Iyoha setzte den Ball freistehend aus elf Metern über das Tor. (21.).

In einer Partie, die angesichts der doch eher zaghaften Angriffsversuche nicht allzu viel Unterhaltungswert bot, traf Düsseldorf ein wenig aus dem Nichts zur Pausenführung. Florent Muslija flankte von links ins Zentrum, der abgefälschte Ball landete bei Itten, der aus kurzer Distanz einschob.

Magdeburg drängt auf den Ausgleich

Magdeburg war nun umso mehr gefordert. Das Zweitliga-Schlusslicht kam gut aus der Kabine und drängte Düsseldorf in beeindruckender Manier in die eigene Hälfte. Gleich mehrere ordentliche Chancen ließen die Magdeburger aber ungenutzt, die beste vergab Falko Michel, als er nach schönem Haken mit links aufs lange Eck zielte, Kastenmeier parierte aber stark (61.).

Falko Michel hadert nach seiner guten Chance

Wie schon im ersten Durchgang hatte Düsseldorf in der Defensive alle Hände voll zu tun, vereinzelt gelang es aber den Fortunen aber erneut, Nadelstiche zu setzen. Muslija (58.) und Christian Rasmussen (69.) ließen jedoch gute Konterchancen liegen.

Düsseldorfs Lucky Punch in der Nachspielzeit

Magdeburg blieb auch in der Schlussphase am Drücker, das Interims-Trainerduo Sander/Ibold versuchte, mit Wechseln für entscheidende Impulse zu sorgen. Zwingender wurden die Gäste aber lange nicht. Erst ganz kurz vor Schluss drehten die Magdeburger noch einmal auf – und belohnten sich ganz spät für eine Energieleistung, als Herchers Flanke von Düsseldorfs Lenz ins eigene Tor abgelenkt wurde.

Das 1:1-Remis wäre ein verdienter Punktgewinn für die Gäste gewesen, es war aber noch nicht der Schlusspunkt einer am Ende extrem unterhaltsamen Partie. Denn plötzlich war die Fortuna wieder da, spielte wild entschlossen nach vorne und kam erneut durch Itten zu ihrem zweiten Tor: Danny Schmidts Flanke köpfte der Schweizer aus acht Metern zu seinem fünften Saisontor ein – und sorgte in der letzten Minute der Nachspielzeit für frenetischen Jubel bei den Fortuna-Fans.

Bedient: Magdeburgs Interimstrainer Petrik Sander in Düsseldorf

Düsseldorf in Dresden, Magdeburg gegen Nürnberg

Düsseldorf ist nach dem eminent wichtigen Erfolg am Sonntagmittag bei Dynamo Dresden zu Gast (13.30 Uhr). Magdeburg braucht am Samstagabend gegen den 1. FC Nürnberg (20.30 Uhr) dringend einen Sieg, um nicht den Anschluss an die anderen Teams im Abstiegskampf zu verlieren.