Washington – Totales Wirrwarr um den brisanten 28-Punkte-Plan zur Beendigung des Ukraine-Kriegs. Erst hieß es, US-Präsident Donald Trump habe das Papier über seinen Sondergesandten Steve Witkoff (68) – angeblich in Absprache mit Außenminister Marco Rubio (54) und Schwiegersohn Jared Kushner (44) – heimlich mit Moskau aushandeln lassen. Jetzt widersprechen Senatoren dieser Darstellung – und berufen sich ausgerechnet auf ein Gespräch mit Rubio.
Senatoren: „Kommt von den Russen!“
Der republikanische Senator Mike Rounds (71) erklärte auf einem Sicherheitsforum in Kanada: „Wir haben diesen Plan nicht geschrieben, nicht veröffentlicht – er wurde uns übermittelt und dann geleakt.“
Sein Kollege Angus King (81) ging noch weiter: Rubio habe das Dokument als „Wunschliste der Russen“ bezeichnet, nicht als Plan der US-Regierung. Laut King habe Moskau den Vorschlag an Witkoff übergeben, die USA hätten ihn nur an die Ukraine weitergeleitet.
Die ukrainische Zeitung „Kyiv Independent“ schrieb: Laut den US-Senatoren erklärte der Außenminister, Russland hätte den Friedensplan an Witkoff übergeben. Die USA in ihrer Rolle als Vermittler hätten den Plan dann an die Ukraine weitergeleitet.
Mehr zum ThemaRubio kontert: „Unsinn!“
Außenminister Marco Rubio widerspricht heftig, schrieb auf dem Kurznachrichtendienst X: „Der Friedensvorschlag stammt von uns. Er ist Grundlage der laufenden Gespräche und basiert sowohl auf russischen als auch auf ukrainischen Beiträgen.“
Trump rudert zurück
Der Plan verlangt der Ukraine harte Zugeständnisse ab – Gebietsverluste, Militärabbau, keinen Nato-Beitritt. Trump hatte Kiew zunächst gedrängt, bis Donnerstag zuzustimmen. Am Wochenende dann die Kehrtwende: Der Plan sei nicht sein finales Angebot. Auf die Frage, was bei einer Absage von Selenskyj passiere, ätzte Trump: „Dann kann er sich ja weiter streiten, so viel sein kleines Herz will.“
Die Reaktionen in Kiew und Europa: Entsetzen! Heute (Sonntag) beraten Deutschland, Frankreich, Großbritannien, die EU und die USA mit der Ukraine über den Plan – Ziel: die aus ihrer Sicht inakzeptablen Zugeständnisse an Russland herauszuverhandeln.