Siegburg (NRW) – Autos rasen auf den A3-Rasthof Siegburg West, stoppen neben einem Bus mit Fans des VfB Stuttgart. Vermummte Hooligans der Eintracht Frankfurt springen raus, zerren VfB-Anhänger aus dem Bus, prügeln auf sie ein. Der Fahrer des Busses muss mit mindestens einem Verletzten vor dem wütenden Mob über die Autobahn flüchten.
Nach dem Eintracht-Sieg in Köln (4:3) und dem Remis der Stuttgarter in Dortmund (3:3) hatten sich die Fans beider Teams am Samstagabend auf den Heimweg gen Süden gemacht. Gegen 21 Uhr legten Stuttgarter Anhänger am Rasthof Siegburg West neben der A3 eine Pause ein. Bis in den Tankstellen-Shop schafften sie es nicht.
Die hintere Tür des Busses wurde offensichtlich beschädigt
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Der Bus wurde laut Zeugen von Großraumtaxis und mehreren Privatfahrzeugen umzingelt. Vermummte sprangen heraus. „Gegen 21.12 Uhr bekamen wir den Hinweis, dass es auf dem Rasthof zu einer Schlägerei zwischen Anhängern aus Frankfurt und Stuttgart gekommen war“, bestätigte eine Polizeiführerin aus Köln am Sonntagmorgen gegenüber BILD. Mehrere Streifen der Autobahnpolizei jagten los, brachten auch Verstärkung von der Bereitschaftspolizei mit.
Fan-Bus mit Flaschen und Pyrotechnik attackiert
Als die Polizei ankam, war der Blitz-Überfall bereits vorbei. Augenzeugen erzählten den Beamten, dass etwa 40 vermummte Frankfurt-Hooligans den Stuttgart-Bus zunächst mit Flaschen und Pyrotechnik beworfen hatten.
Demnach wurden Stuttgarter aus dem Doppelstock-Bus gezerrt. Hooligans sollen auf einen bereits am Boden liegenden Fan eingetreten haben, bis dieser bewusstlos war. Andere Stuttgarter zogen ihren verletzten Freund zurück in den Bus. Der Fahrer gab mit defekten Türen schließlich Gas, brachte sich und seine Passagiere in Sicherheit.
Die Polizei stellte Beweismittel sicher
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Verletzter in Klinik gebracht
Die Flucht vor dem wütenden Mob endete erst nach mehreren Autobahnkilometern am Rastplatz Logebachtal West. Dort übernahm der Rettungsdienst den Verletzten, brachte ihn in die Klinik. Ein mittlerweile zusammengezogenes Großaufgebot sicherte derweil am Tatort Spuren. Zeugen beobachteten, wie unter anderem Überwachungsvideos der Tankstelle angeschaut wurden. Weitere Fan-Busse wurden kontrolliert.
Bis gegen 2 Uhr wurden die überfallenen Stuttgart-Fans am Rasthof befragt, im Anschluss nach Hause eskortiert. Zu Details des Einsatzes konnte sich die zuständige Kölner Polizei am Sonntagmorgen noch nicht äußern.