
US-Vertretung in Genf (AFP / VALENTIN FLAURAUD)
Sowohl die ukrainische Regierung als auch die EU-Staaten und Großbritannien hatten ein US-Ultimatum bis Donnerstag abgelehnt. Der US-Plan sieht Gebietsabtretungen an den Angreifer Russland vor sowie eine Begrenzung der ukrainischen Armee.
Als Vertreter der USA trafen am Vormittag der Sondergesandte Witkoff und Außenminister Rubio in Genf ein. Rubio wies den Vorwurf zurück, dass es sich bei dem Vorschlag Washingtons in Wahrheit um eine Art Wunschliste des Kremls handele. Der Außenminister erklärte im Onlinedienst X, das 28-Punkte-Papier basiere nicht nur auf Beiträgen der russischen Seite, sondern auch auf früheren und laufenden Beiträgen der Ukraine. Der US-Sondergesandte Kellogg zeigte sich optimistisch, dass der Plan den Krieg zwischen Russland und der Ukraine beenden werde. Es sei ein guter Plan, sagte Kellogg in einem Interview mit dem Sender „Fox News“. Der Rahmen sei da, um zu einem Abschluss zu kommen.
Trump: US-Plan nicht das letzte Angebot
US-Präsident Trump hat seinen Plan für ein Ende des Ukraine-Krieges für verhandelbar erklärt. Erst am Freitag hatte Trump die Ukraine ultimativ aufgefordert, dem Plan bis kommenden Donnerstag zuzustimmen. Einen Tag später sagte er, sein Vorschlag sei nicht das letzte Angebot. Man versuche, die Sache auf die eine oder andere Weise zu beenden, fügte der US-Präsident hinzu.
Von der Leyen pocht auf zentrale EU-Rolle – Selenskyj für Stärkung der Flugabwehr
EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen betonte, die Grenzen der Ukraine dürften nicht mit Gewalt verändert werden. Zudem dürfe die ukrainische Armee nicht so verkleinert werden, dass das Land für künftige Angriffe anfällig werde. Drittens müsse die EU eine zentrale Rolle bei einem Friedensabkommen spielen.
Der ukrainische Präsident Selenskyj rief die Verbündeten seines Landes vor Beginn der Genfer Gespräche zu weiterer Militärhilfe auf. Parallel zum diplomatischen Weg müsse alles getan werden, um den Schutz der Ukraine vor russischen Angriffen zu verstärken. Selenskyj hob dabei besonders die Flugabwehrsysteme hervor.
Merz und Kanadas Premier Carney beraten über Lage in der Ukraine
Am Rande des G20-Gipfels bekräftigten Bundeskanzler Merz und der kanadische Ministerpräsident Carney, dass jedes Abkommen Kiew direkt einbeziehen, seine grundlegenden Interessen schützen und konkrete Sicherheitsgarantien enthalten müsse. Carney will nach eigenen Angaben noch heute mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj über den von den USA vorgeschlagenen Plan sprechen.
Die Staats- und Regierungschefs der EU sowie Kanadas und Japans verlangten Änderungen am jüngsten Plan der USA. Sie übersandten Washington eine überarbeitete Version des Papiers.
Diese Nachricht wurde am 23.11.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.