Deutschland drückt beim digitalen Ausweis aufs Tempo – und nimmt dabei erstmals die Älteren wirklich ernst. Der Bund und über 75 Unternehmen haben diese Woche einen Pakt geschlossen, der die europäische Digital-Wallet auch für Senioren nutzbar machen soll. Die Botschaft: Niemand soll zurückbleiben.

Das Bundesministerium für Digitale Transformation und Behördenmodernisierung (BMDS) und der Digitalverband Bitkom besiegelten am 20. November einen „Nationalen Pakt für digitale Identitäten”. Mit dabei sind Schwergewichte wie Deutsche Bank, Deutsche Bahn, Lufthansa, SAP und Vodafone. Ihr Ziel: Die EU-Digital-Wallet (EUDI) soll 2027 flächendeckend funktionieren – und zwar nicht nur für Tech-Affine.

Was macht dieses Abkommen besonders? Es geht nicht nur um technische Standards, sondern um Vertrauen und Benutzerfreundlichkeit. Zwei Faktoren, die gerade ältere Menschen bisher von digitalen Diensten fernhielten.

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Ein Kernpunkt des Pakts dürfte besonders Senioren überzeugen: Die deutsche Wallet muss auch ohne Internetverbindung funktionieren. Ausweise und Dokumente können sicher auf dem Gerät gespeichert und vorgezeigt werden – selbst wenn das Netz mal nicht mitspielt.

Warum ist das so wichtig? Ältere Menschen leben häufiger in ländlichen Regionen mit lückenhafter Netzabdeckung. Viele sind zudem skeptisch gegenüber Cloud-Lösungen, bei denen ihre Daten irgendwo im Netz schweben. Die “Offline-First”-Strategie soll genau diese Bedenken ausräumen und die Zuverlässigkeit eines physischen Ausweises digital nachbilden.

„Die Wallet ist mehr als eine App”, betont Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Sie ist eine sichere Infrastruktur für digitale Rechtsgeschäfte, die grenzüberschreitend und generationsübergreifend funktioniert.”

Notare als Brückenbauer

Besonders clever: Die Bundesnotarkammer gehört zu den Unterzeichnern. Notare spielen im Leben älterer Menschen eine zentrale Rolle – ob bei Testamenten, Vorsorgevollmachten oder Erbschaftsangelegenheiten. Künftig sollen solche Dokumente digital verwaltet werden können, ohne dass Senioren ihre gewohnte Anlaufstelle aufgeben müssen.

Die Beteiligung der Notare signalisiert, dass diese Transformation nicht gegen, sondern mit etablierten Institutionen gedacht wird. Ein kluger Schachzug, wenn man das Vertrauen konservativer Nutzergruppen gewinnen will.

Weitere Anwendungsfälle reichen vom Bankkonto-Eröffnen über Hotel-Check-ins bis zur Altersverifikation und dem digitalen Führerschein. Die teilnehmenden Unternehmen haben zugesagt, ihre Prozesse schnell anzupassen, damit die Wallet im Alltag wirklich funktioniert.

Quantensicher für die nächsten zehn Jahre

Sicherheit ist für deutsche Senioren der wichtigste Faktor bei digitalen Diensten. Hier liefert die Initiative ein starkes Versprechen: Anfang November präsentierten die Bundesdruckerei und Giesecke+Devrient einen Prototyp für einen quantensicheren Ausweis.

Was bedeutet das konkret? Die verwendete Verschlüsselung ist selbst gegen Angriffe künftiger Quantencomputer geschützt. „Wir müssen davon ausgehen, dass Quantencomputer ab 2030 heutige Verschlüsselungsverfahren knacken können”, warnte BSI-Präsidentin Claudia Plattner kürzlich. Die jetzt eingesetzte Post-Quanten-Kryptographie sorgt dafür, dass digitale Ausweise ihre gesamte Gültigkeitsdauer von zehn Jahren sicher bleiben.

Für ältere Nutzer, die ohnehin skeptischer gegenüber digitalen Lösungen sind, könnte diese technologische Vorreiterrolle ein entscheidender Vertrauensanker sein.

Ehrgeiziger Zeitplan

Der frisch gebackene Digitalminister Karsten Wildberger, seit Mai 2025 im Amt, setzt auf Tempo. Die 75 Unterzeichner sollen bis zum dritten Quartal 2026 ihre Umsetzungspläne vorlegen. Ab 2027 soll die Wallet schrittweise für alltägliche Behördengänge und private Dienstleistungen nutzbar sein.

Das klingt ambitioniert – ist aber notwendig, um EU-Vorgaben zu erfüllen. Deutschland hat diesmal früh auf Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft gesetzt, statt wie oft üblich im Alleingang zu agieren.

Die Signatur der Schwergewichte aus Finanz-, Transport- und Tech-Branche ist mehr als Symbolik. Deutsche Bahn und Lufthansa können die Wallet direkt in Millionen Buchungen integrieren. SAP bringt die Technologie in Tausende Unternehmens-Systeme. Und die Bundesdruckerei sorgt für die sichere technische Grundlage.

18 Millionen Menschen im Fokus

Deutschland zählt rund 18 Millionen Einwohner über 65 Jahre. Diese Gruppe digital teilhaben zu lassen, ist keine technische Spielerei, sondern eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Der Pakt markiert einen Paradigmenwechsel: von “digital-only” zu “digital-inclusive”.

Kann das gelingen? Die Pilotprojekte mit Notarkammer und Deutscher Bahn werden zeigen, ob die Versprechen im Alltag halten. Entscheidend wird auch sein, wie intensiv Schulungs- und Unterstützungsprogramme aufgelegt werden. Denn die beste Technologie nützt nichts, wenn niemand sie versteht.

Der ambitionierte Zeitplan, das Engagement der Schwergewichte und die durchdachten Features wie Offline-Funktion und Quantensicherheit deuten darauf hin, dass Deutschland es diesmal ernst meint. Bleibt die Frage: Sind die Senioren bereit, mitzugehen?

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