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Hündin Luca hat bisher viel Schlimmes erlebt. Sie wurde sichergestellt, weil ihr Besitzer sie vermutlich geschlagen hat. Dann landete sie in einer überfüllten Tötungsstation.
Solingen – Das Veterinäramt muss bei Sicherstellungen von Tieren eingreifen. Oftmals ist dies der Fall, wenn eine Gefahr für das Tier oder für andere besteht oder wenn behördliche Anordnungen nicht befolgt werden. Das geschieht oft nach wiederholten Verstößen oder schwerer Vernachlässigung. Auch der Tierschutzverein Fellfreunde e.V. hat eine sichergestellte Hündin in seiner Obhut.
Hündin Luca wurde aus einer überfüllten Tötungsstation in Ungarn gerettet. © Fellfreunde e.V.
„Hündin Luca wurde zusammen mit ihrer Schwester Anfang 2024 aus einer überfüllten Tötungsstation gerettet. Die beiden wurden vom Veterinäramt sichergestellt, da der Besitzer, ein Alkoholiker, sich nicht um die Tiere kümmerte und sie vermutlich auch schlug“, erklärt Ulrike Erdmann-Brocker vom Tierschutzverein auf Nachfrage von wa.de.
Aus Tötungsstation gerettet – zuvor wurde Hündin Luca sichergestellt
Die Hündin befindet sich aktuell in der ungarischen Stadt Gyula. Und eine Sicherstellung eines Hundes in Ungarn bedeutet oftmals, dass die Hunde in Tötungsstationen gebracht werden. „Interessiert sich niemand für sie und die Station ist voll, kann nach drei Wochen getötet werden“, so Erdmann-Brocker.
Fellfreunde e.V.
Der Solinger Tierschutzverein Fellfreunde e.V. arbeitet im Südosten Ungarns, einer der ärmsten Regionen des Landes, mit verschiedenen Tierschutzorganisationen zusammen und hilft bei der Vermittlung der Tiere. Aus diesem Grund suchen die Tierschützer für die Vierbeiner nach Pflegestellen in NRW.
Die Hündin hatte Glück und wurde zusammen mit ihrer Schwester aus der Tötungsstation gerettet und in ein Tierheim in Gyula gebracht. Doch Luca leidet sehr unter dem Stress. Sie hatte kaum noch Fell und eine schwere Hautentzündung, verursacht durch Demodex-Milben und Sekundärinfektion, erklärt die Tierschützerin. Mit einer Therapie verbesserte sich die Situation zwar, allerdings flammt sie immer wieder auf.
„Auch hier wirkt sich Stress negativ auf die Heilung aus. Leider hatte Luca wieder einen Rückfall und erneut schwere Haut- und Ohrentzündungen“, erklärt Erdmann-Brocker. Glücklicherweise wurde für die Hündin eine Pflegestelle im Raum Wegberg in NRW gefunden, in der sie zunächst unterkommen kann.
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Streicheleinheiten findet Luca toll und auch vom Handling her soll die Hündin unkompliziert sein. Die Tierschützer wünschen sich ein ruhiges, eher ländlich gelegenes Zuhause für sie: „Ein eingezäunter Garten, in dem sie laufen und sich in der ersten Zeit auch lösen darf, wäre toll.“ Wer Luca ein liebevolles Für-Immer-Zuhause schenken möchte, kann sich beim Tierschutzverein melden. Das geht telefonisch unter 0174/1702851 oder per E-Mail an k.klempert-jansen@fellfreunde.de.
Sicherstellungen kommen immer wieder vor. So auch in NRW. Dort sind nun 75 Hunde, darunter hauptsächlich Welpen und Junghunde, gerettet worden. Den Haltern werden Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vorgeworfen.