In München kam es in den vergangenen Monaten bei der Vermittlung von Bahntaxi-Fahrten vermehrt zu Konflikten unter Taxifahrern. Auslöser waren Gutscheine der Deutschen Bahn für gestrandete Fahrgäste, die häufig zu lukrativen Fernfahrten führen. Einzelne Fahrer sollen unkorrekte oder rechtswidrige Methoden genutzt haben, um bevorzugt an diese Aufträge zu gelangen.

Fahrtverweigerungen und Rechtsverstöße

Nach Angaben der Taxi München eG führte dieses Verhalten teilweise dazu, dass wartende Fahrer reguläre Fahrgäste am entsprechenden Taxistand abwiesen. Da Taxis einer gesetzlichen Beförderungspflicht unterliegen, stellen Fahrtverweigerungen einen Rechtsverstoß dar. Für betroffene Fahrgäste bedeutete dies längere Wartezeiten, während beteiligte Fahrer einen unlauteren Vorteil erlangten.

Eskalation während des Oktoberfestes

Die Spannungen unter den Fahrern nahmen weiter zu. Neben zahlreichen Beschwerden kam es vereinzelt sogar zu Handgreiflichkeiten. Während des Münchner Oktoberfestes eskalierte die Situation besonders auf der Südseite des Hauptbahnhofs, wo Fahrgäste teilweise kaum noch ein Taxi erhielten.

Änderung der Vermittlungsparameter

Als Reaktion stellte die Taxi München eG im Oktober die Vermittlung der Bahntaxi-Fahrten um. Statt wie bisher an die wartenden Fahrzeuge auf der Südseite werden die Aufträge nun an Taxis auf der Nordseite des Bahnhofs vergeben. Die Genossenschaft verweist darauf, dass die dortige Reihung der Fahrzeuge Missbrauch deutlich erschwere.

Ausblick

Die Taxi München eG kündigte an, die Lage weiterhin genau zu beobachten und bei Fehlverhalten einzelner Fahrer konsequent einzuschreiten, um die Funktionsfähigkeit der Vermittlung und die Versorgung der Fahrgäste sicherzustellen.