Warnstreik im Zentrallager
Bleiben bei Edeka in Hannover bald die Regale leer?
27.11.2025 – 09:25 UhrLesedauer: 1 Min.
Ein Edeka Markt (Archivbild): Bei Edeka in Hannover könnten Engpässe drohen. (Quelle: IMAGO/Joko/imago)
Der Wocheneinkauf könnte für Edeka-Kunden in der Region Hannover und Niedersachsen zur Geduldsprobe werden. Die Gewerkschaft Verdi hat einen Warnstreik ausgerufen.
Es geht um frische Ware, und es geht ums Geld: Seit dem frühen Donnerstagmorgen haben Beschäftigte im Edeka-Logistikzentrum Lüttow-Valluhn (Mecklenburg-Vorpommern) die Arbeit niedergelegt. Was weit weg klingt, hat direkte Auswirkungen auf den Nordwesten: Das Lager ist eine der Hauptschlagadern für die Belieferung der Märkte in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen.
Ein Verdi-Sprecher fand am Morgen deutliche Worte: Die „zeitkritischen Produktions- und Logistikabläufe“ seien durch den Ausstand massiv gestört. Das trifft vor allem empfindliche Waren wie Salat, Beeren oder Gemüse, die „Just-in-Time“ in die Märkte rollen müssen.
Für Verbraucher in Hannover bedeutet das: Wer Pech hat, steht in den kommenden Tagen vor ausgedünnten Regalen, weil der Nachschub im Stau steht.
Hintergrund der leeren Laderampen ist der festgefahrene Tarifstreit im Großhandel. Verdi will den Druck auf den Handelsriesen erhöhen. Die Forderung: 200 Euro mehr pro Monat für die Beschäftigten bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Das sei nötig, um die gestiegenen Lebenshaltungskosten aufzufangen.
Das Angebot der Arbeitgeberseite – eine Erhöhung von 120 Euro gestreckt auf zwei Jahre – wies die Tarifkommission einstimmig als unzureichenden „Inflationsausgleich“ zurück. Da aktuell kein Termin für eine vierte Verhandlungsrunde steht, droht Verdi mit weiteren Aktionen. Solange sich am Verhandlungstisch nichts bewegt, müssen Kunden wohl öfter mit Lücken im Sortiment rechnen.
