Die Stadt startet eine Intensivreinigung des Westenhellwegs. Leser reagieren mit Lob, Skepsis und Forderungen nach dauerhaften Lösungen. © Bytomski

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Die Stadt Dortmund startet eine Intensivreinigung des Westenhellwegs – ein Projekt, das Oberbürgermeister Alexander Kalouti im Rahmen seines SOS-Programms für Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit angestoßen hat. Die Aktion stößt bei unseren Lesern auf viel Zustimmung, aber auch Kritik an Kosten, Struktur und Prioritäten.

Mehr als ein Einmaleffekt?

„Hat es alles schon mal gegeben, aber solange das nicht regelmäßig […] gemacht wird, bleibt es mal wieder bei einer medienwirksamen Aktion! Gebt der Firma einen langfristigen Vertrag und säubert alle drei Monate, dann würde das was bringen.“
– Uli K.

Skepsis begleitet die Maßnahme von Beginn an. Viele Leser kritisieren, dass eine einmalige Reinigung kaum nachhaltig sei. Laut Stadt ist die Intensivreinigung tatsächlich kein Teil der regulären EDG-Gebühren, sondern muss aus dem Haushalt finanziert werden. Regelmäßige Wiederholungen wären möglich, aber teuer.

Forderung nach Transparenz

„Da die Kosten noch nicht bekannt sind, wäre es ja mal eine Idee, diese nach der Aktion bekanntzugeben. Dann sieht man ja, wie oft man so etwas finanzieren kann.“
– Annette Weber

Die Stadt hat die Höhe der Kosten noch nicht beziffert, da der Aufwand erst während der Reinigung klar wird. Richtig ist: Die Sonderreinigung wird aus Haushaltsmitteln bezahlt, nicht aus Straßenreinigungsgebühren – ein Punkt, der für viele entscheidend ist.

Wunsch nach Ausweitung

„Auch in der Nordstadt bitte.“
– Anonym

„Schützenstraße und Umfeld nicht vergessen!“
– Tanja Mettner

„Sollte jeden Monat einmal gemacht werden – dann auch außerhalb des Hellwegs in den Stadtbezirken.“
– Nils Stipmann

Viele Leser plädieren dafür, die Maßnahme nicht auf die Innenstadt zu beschränken. Die Stadt betont, man sei „offen für Wünsche aus den Stadtbezirken“ – Reinigungen außerhalb des Hellwegs seien perspektivisch möglich.

Kritik an bestehenden Abläufen

„Wenn die EDG ihrem Tagesgeschäft nachkommen würde, wäre das schon erfreulich. Mülltonnenleerung und Straßenreinigung lassen öfter mal zu wünschen übrig.“
– Adolf König

Tatsächlich reinigt die EDG den Westenhellweg täglich – allerdings nur oberflächlich, da eine Nassreinigung in den regulären Gebühren nicht enthalten ist. Der Vorwurf zeigt jedoch, dass manche die EDG insgesamt stärker in der Pflicht sehen.

Andere Prioritäten gefordert

„Sollte man nicht erst überall die stellenweise kaputte Plattierung reparieren, statt vorher ‚nass‘ zu reinigen?“
– Norbert Roggenbach

„Vorerst wichtiger ist, dass die Straßen in Dortmund im vernünftigen Zustand sind. […] Wofür bezahlen wir eigentlich KFZ-Steuer?“
– Alexander Rech

Hier verschiebt sich die Debatte: Statt mehr Sauberkeit fordern viele Leser vor allem intakte Gehwege und Straßen. Richtig ist: Die Reinigung und die Instandsetzung sind getrennte Budgets. Ein häufiger Irrtum, der in vielen Kommentaren sichtbar wird.

Blick über die Sauberkeit hinaus

„Der Westenhellweg muss dringend wiederbelebt werden. Mehr und niveauvollere Geschäfte, weniger Bettler, mehr Aufenthaltsqualität und vor allem mehr und günstigere Parkplätze.“
– Claudia Engel

Für viele ist Sauberkeit nur ein Baustein: Die City müsse baulich, sozial und wirtschaftlich aufgewertet werden, damit der Westenhellweg insgesamt attraktiver werde.

Ein erster Schritt, aber längst nicht genug

Die Leserreaktionen zeigen deutlich: Die Sonderreinigung wird begrüßt, aber sie löst nicht die grundsätzlichen Probleme der Dortmunder Innenstadt. Zwischen Zustimmung, Skepsis und ganz anderen Prioritäten wird klar: Sauberkeit ist wichtig – aber nur ein Teil des größeren Bildes.