Newsblog zum Ukraine-Krieg

Costa: Neuer Plan für Ukraine ohne EU und Nato

Aktualisiert am 28.11.2025 – 03:39 UhrLesedauer: 33 Min.

Ratspräsident der EU António CostaVergrößern des Bildes

Die USA haben nicht über EU-Belange zu entscheiden, sagt Ratspräsident Costa. (Archivbild) (Quelle: Johannes Neudecker/dpa/dpa-bilder)

Selenskyj deutet ein Spitzentreffen an. EU-Ratspräsident Costa spricht über einen neuen Friedensplan. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Die USA haben der EU nach Angaben von Ratspräsident Antónia Costa zugesagt, in Verhandlungen mit Russland zu einem Frieden in der Ukraine nicht über EU- oder Nato-Belange zu sprechen. „Die Vereinigten Staaten und die Ukrainer haben ein neues Arbeitspapier erarbeitet“, sagte Costa dem „Handelsblatt“. „In diesem neuen Plan sind alle Punkte, die die Europäische Union betreffen, gestrichen. Alles, was die Nato betrifft, ist auch gestrichen.“

Ein erster, 28 Punkte umfassender Plan, den Medien vergangene Woche veröffentlichten, hatte neben vielen Zugeständnissen der Ukraine auch Festlegungen für die Politik von EU und Nato vorgesehen. Zwar nannte die US-Führung von Präsident Donald Trump dies ihren Plan. Anhand der Vorgeschichte ist aber klar, dass viele russische Positionen eingeflossen sind.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat für kommende Woche ein Spitzentreffen in den Gesprächen über ein Ende des Krieges angedeutet. „Nächste Woche stehen nicht nur für unsere Delegation, sondern auch für mich wichtige Verhandlungen an, und wir bereiten einen soliden Boden für diese Verhandlungen vor“, sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew.

Details nannte der ukrainische Staatschef nicht. Allerdings steht nach Verhandlungen der USA und der Ukraine über einen Friedensplan im Raum, dass Selenskyj ein weiteres Mal US-Präsident Donald Trump treffen könnte. Zuletzt signalisierten beide Seiten, dass es eine weitgehend gemeinsame Position gibt. Es gebe nur noch kleine Unterschiede, hieß es – wobei es sein kann, dass sich dahinter die zentrale Frage verbirgt, wie mit den russisch besetzten Gebieten der Ukraine umgegangen werden soll.

Der russische Staatschef Wladimir Putin hat Kritik an US-Unterhändler Steve Witkoff zurückgewiesen. „Er ist ein amerikanischer Bürger und verteidigt die Position seines Präsidenten und seines Landes“, sagte Putin am Donnerstag vor Journalisten.

Witkoff wurde nach der Veröffentlichung eines Mitschnitts eines Whatsapp-Telefonats mit Putins Unterhändler Juri Uschakow Distanzlosigkeit gegenüber Russland vorgehalten. In dem Gespräch ging es um die laufenden Verhandlungen für ein Ende des Krieges in der Ukraine. Witkoff hatte darin Ratschläge erteilt, wie man Trump umschmeicheln müsse.

Putin ließ offen, ob der Mitschnitt, in dem der US-Amerikaner seinem außenpolitischen Berater Uschakow Ratschläge für einen Anruf bei Trump erteilt, echt war oder nicht. Zur Kritik an Witkoff meinte der russische Staatschef, es wäre verwunderlich, wenn dieser erst am Telefon Uschakow mit Schimpfworten belegt und danach in Moskau versucht hätte, seine Verhandlungsposition zu verbessern. Putin sagte: „Wir führen diesen Dialog ohne Beschimpfungen und Anspucken, wie intelligente Menschen und jeder verteidigt seine Positionen.“