Ausflugstipp für Düsseldorfer

Fachwerk, Burg und ein besonderer Wald in Liedberg

28.11.2025 – 06:00 UhrLesedauer: 2 Min.

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Fachwerk-Fassaden im Liedberger Ortskern (Archivbild): Am Wochenende (29./30. November) findet der jährliche Weihnachtsmarkt statt. (Quelle: hespasoft via imago-images.de/imago-images-bilder)

Am flachen Niederrhein überrascht Liedberg mit seiner Lage auf einem Hügel. Oben liegt ein Schloss in Privatbesitz, unten ein Marktplatz mit Fachwerk. Ein Denkmal im Wald erinnert an eine schreckliche Tragödie.

Der Niederrhein hat tolle Radwege, Seenplatten und viel Wald zu bieten. Eines ist aber eher selten in der Landschaft zwischen Heinsberg im Süden und Kleve im Norden: nämlich Orte mit Ausblick. Liedberg, knapp 30 Minuten Autofahrt vom Düsseldorfer Stadtzentrum entfernt, ist ein solcher Ort. Gelegen auf einem Quarzsteinhügel, bietet das Dorf heute einen ausgezeichnet erhaltenen Ortskern mit Fachwerkhäusern aus dem 18. Jahrhundert, einem Schloss aus dem 14. Jahrhundert und einem Wald für schöne Spaziergänge.

Das Schloss ganz oben auf der Kuppe ist heute in Privatbesitz. Der Unternehmer Peter Overlack kaufte es im Jahr 2018 und saniert es seitdem. Einmal im Jahr, zum Tag des offenen Denkmals, lässt der Besitzer Besucher in das Gebäude. An den restlichen Tagen ist das Gebäude nicht zugänglich.

Hinter dem Schloss geht es in den Wald, in Liedberg „Haag“ genannt. Kinder lieben es, in den vielen Kratern und Gruben Verstecken zu spielen. Entstanden sind diese durch den Abbau von Quarzsand bis in das Jahr 1800. Heute ist der Wald ein sicherer Ort, doch das war nicht immer so. Im Jahr 1930 verunglückte hier eine Gruppe von Pfadfindern, die in einem unterirdischen Stollen gefeiert hatten. Sie wurden von Sand und Gesteinsmassen verschüttet. Drei von insgesamt 16 jungen Menschen überlebten das Unglück nicht. Ein schlichtes Grab erinnert heute an die Verstorbenen.

Auf dem Weg von Wald und Schloss in Richtung Ortskern passieren Besucher den Mühlenturm, dessen Entstehung bis ins Jahr 1100 zurückverfolgt werden kann. Im Ortskern schaffen rund 30 gut erhaltene Fachwerkhäuser eine echte Dorfidylle. Eines von ihnen, der sogenannte Sandbauernhof, wird heute von der Stadt Korschenbroich, zu der Liedberg gehört, als Ort für Ausstellungen, Konzerte und andere Kulturveranstaltungen genutzt. Jährlich findet hier außerdem der sehr beliebte Weihnachtsmarkt mit 30 Ständen statt, in diesem Jahr am Wochenende 29. und 30. November.

Wer seinen Ausflug gerne kulinarisch beenden möchte, hat nun zwei Möglichkeiten: Im Ortskern bietet die Gaststätte Vennen (Am Markt 5) mittwochs bis sonntags Hausmannskost, Alt vom Fass und selbstgemachten Ingwer-Rum-Likör. Einmal über die Bundesstraße B230 hinweg, am Fuße des Ortes, liegt zudem das Liedberger Landgasthaus. Hier ist ebenfalls mittwochs bis sonntags geöffnet.