Kiel. Wie das neue Holstein-Stadion aussehen soll, ist noch nicht entschieden, dafür werden die Pläne für ein Parkhaus an der Fußball-Arena konkreter. Die Stadt Kiel hat ein Konzept für ein Quartiersparkhaus vorgelegt, das nicht nur von Stadionbesuchern genutzt werden soll.

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Rund 880 Stellplätze sollen in dem Parkhaus entstehen. Gebaut werden soll die Quartiersgarage auf den nördlichen Fögeplätzen an der neu angelegten Ernst-Möller-Straße. Das geht aus einer Vorlage der Stadt hervor, über die der Bauausschuss am Donnerstag berät.

Stadion-Investor hofft auf zeitnahe Entscheidung

Das Parkhaus soll nach Angaben von Mobilitätsdezernentin Alke Voß (Grüne) multifunktional sein. Das bedeutet konkret: In der Quartiersgarage können Anwohner aus den Stadtteilen Wik/Projensdorf parken, ebenso Stadionbesucher, Kreuzfahrtpassagiere, die mit einem Shuttleservice zu den Schiffen gebracht werden, sowie Pendler, die das Parkhaus als Park-and-Ride-Fläche nutzen.

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Die Stadt wird sowohl Bauherrin als auch über den Eigenbetrieb Parken und Mobilität Betreiberin des Parkhauses. Gerechnet wird mit Baukosten im unteren zweistelligen Millionenbereich. Dass die Stadt ein Parkhaus am Holstein-Stadion baut, war Voraussetzung dafür, dass Investor Gerhard Lütje 20 Millionen Euro für den Neubau des Holstein-Stadions beisteuert. Lütje hofft, dass zeitnah Klarheit zu den Plänen herrscht. „Wir befinden uns in schwierigen Gesprächen mit der Stadt in Sachen Parkhaus – insbesondere wegen der Verbindlichkeit.“

Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) sagt auf KN-Anfrage, dass das Stadion und das von Lütje geforderte Parkhaus „in einem Rutsch vom Eigenbetrieb Parken gebaut werden soll“. „Ich kenne niemanden, der das anders sieht“, sagt Kämpfer. Ob das dem Investor Lütje reiche, könne er nicht wissen, so Kämpfer. Dies werde derzeit intern besprochen.

Wir befinden uns in schwierigen Gesprächen mit der Stadt in Sachen Parkhaus – insbesondere wegen der Verbindlichkeit.

Gerhard Lütje

Citti-Gründer und Stadion-Investor

Die Stadt will die Kosten für den Bau durch eine hohe, durchgängige Auslastung refinanzieren. Die Mischnutzung soll für ein volles Parkhaus sorgen. Durch Sondertarife können flexiblere Tarife eingeführt und planbare Mieteinnahmemodelle umgesetzt werden, heißt es. Die Rede ist von einem Eventtarifmodell.

Die Höhe der Parkgebühren steht noch nicht fest. Gebucht werden sollen die Parkplätze über moderne Bookingsysteme. Dadurch ist eine flexible Nutzung und Abrechnung unterschiedlicher Tarife möglich.

880 statt ursprünglich 1200 Parkplätze

Verschiedene Preise und Parkmodelle anzubieten wird möglich, indem das Parkhaus offiziell als nicht öffentlich deklariert wird. Dadurch ist die Quartiersgarage nicht an die Parkgebühren der Stadt gekoppelt und kann stärkere wirtschaftliche Interessen verfolgen. Weitere Einnahmen könnten durch eine Kooperation mit dem Stadionbetreiber entstehen, beispielsweise durch eine Fixpacht für reservierte Flächen.

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Noch sind viele Fragen zu dem Parkhaus offen. Im Anschluss an die Bauausschusssitzung wird die Ratsversammlung mutmaßlich im Dezember entscheiden, ob der Eigenbetrieb Parken und Mobilität das Parkhaus bauen soll.

Erst nach dem Beschluss werden die Detailplanungen vorangetrieben. Dabei geht es nicht nur um das Konzept des multifunktionalen Parkhauses und die Parkgebühren, sondern in erster Linie um Gestaltung, Höhe und Anzahl der Parkdecks. In der Vorlage ist von maximal 880 Parkplätzen die Rede, so wie es die Stellplatzsatzung vorschreibt. 2021 war noch mit 1200 geplant worden. Grüne und SPD lehnte diese Größe jedoch ab.

Der Baubeginn ist noch offen. Offiziell heißt es: „Sobald der Bauplatz eine Bebauung zulässt.“ Der Zeitplan hängt von den Plänen zum Stadionneubau ab. Sobald das neue Holstein-Stadion steht, soll unmittelbar mit dem Bau begonnen werden – spätestens. Wenn es die Bedingungen erlauben, könnte der Start bereits parallel zu den Arbeiten am Stadion erfolgen.

Nicht nur über das Parkhaus wird die Ratsversammlung noch in diesem Jahr beraten. Auch zum Stadion-Neubau wird es noch 2025 eine wegweisende Entscheidung geben. Bis zum 5. November mussten alle interessierten Unternehmen ihre Angebote einreichen. Am 11. Dezember wird die Ratsversammlung nicht öffentlich beschließen, welcher Anbieter den Zuschlag für den Stadionneubau erhält. Vorgesehen ist, dass die Pläne der Öffentlichkeit noch vor Weihnachten präsentiert werden.

KN