Auf ihrem Parteitag haben die Grünen sich gegen eine Kostenübernahme von homöopathischen Behandlungen durch gesetzliche Krankenkassen ausgesprochen. „Die Solidargemeinschaft soll nicht für Therapien aufkommen, deren Wirksamkeit über den Placeboeffekt hinaus wissenschaftlich nicht belegt ist“, heißt es in dem verabschiedeten Antrag. Die Kostenerstattung suggeriere eine Wirksamkeit homöopathischer Mittel und führe Patienten in die Irre.
Krankenkassen bieten über ihre gesetzlichen Regelleistungen hinaus sogenannte Satzungsleistungen an, mit denen sie um Kundinnen und Kunden werben. Dazu zählen bei vielen Kassen derzeit auch homöopathische Arzneimittel, obwohl es keine wissenschaftlichen Belege für deren Wirksamkeit jenseits des Placeboeffekts gibt.
Der Parteivorstand hatte einen Gegenantrag zur Abstimmung gestellt, der sich dafür aussprach, dass die Krankenkassen weiterhin homöopathische Mittel erstatten können. Dieser Antrag erhielt jedoch keine Mehrheit.
Grüne ändern ihre Haltung zu Homöopathie
Mit ihrem Beschluss ändern die Grünen ihren bisherigen Kurs. Bislang galt ein Beschluss des Bundesvorstands aus dem August 2020, der damals einen heftigen parteiinternen Streit befriedet hatte. Demnach sollten gesetzliche Krankenkassen Homöopathie nur noch in Extratarifen anbieten dürfen. Diese Tarife sollten sich selbst finanzieren, die Kosten für homöopathische Behandlungen also nicht auf alle Beitragszahler umgelegt werden.
© Lea Dohle
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Eine Verfechterin dieses nun überholten Beschlusses hatte davor gewarnt, die alte Debatte wieder aufzumachen – der Umsatz von Homöopathie gehe ohnehin zurück. Eine andere Delegierte argumentierte, es gehe nicht nur um Homöopathie, sondern um das Verhältnis der Grünen zur Wissenschaft. Es gab auch Vorbehalte in der Partei, das strittige Thema kurz vor den Landtagswahlen im kommenden Jahr wieder anzupacken.
Bereits der ehemalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte geplant, die Homöopathie als Kassenleistung generell zu streichen. Zu einer entsprechenden gesetzlichen Regelung kam es aber aus Uneinigkeit in der damaligen Ampelregierung nicht mehr – vor allem die Grünen hatten sich gegen die Neuregelung ausgesprochen.
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Kontakt mit der Krankenkasse:
„Die Briefe der Krankenkasse macht nur noch mein Mann auf“
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„Den Menschen würde man die Armut buchstäblich im Gesicht ansehen“
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Wer mehr will, soll auch mehr zahlen