Die Parallelen der beiden Taten waren auffällig: Binnen 48 Stunden wurden Ende Oktober zwei Geldautomaten in Triberg und dem Baiersbronner Ortsteil Obertal gesprengt. Die Automaten standen jeweils im Außenbereich an gut zugänglichen Gebäuden, die Tatorte liegen an Durchgangsstraßen, und die Tatzeiten lagen frühmorgens zwischen 4 und 4.30 Uhr. In beiden Fällen wurde aber wohl kein Bargeld erbeutet.

Über einen Zusammenhang konnte anfangs aber nur spekuliert werden – bis die Polizei auf Anfrage unserer Redaktion bekanntgab, dass sie von einem Einzeltäter ausgehe, der für beide Sprengungen verantwortlich sein soll. Die Spur führte nach Frankreich.

Auf erneute Anfrage gibt die Polizei nun weitere Informationen bekannt: „Es besteht der Verdacht, dass der Täter dort weitere Fälle begangen hat.“ Außerdem berichtet sie von einem Ermittlungserfolg: „Anfang November konnte in Frankreich ein 29-jähriger französischer Tatverdächtiger vorläufig festgenommen werden. Er befindet sich dort in Untersuchungshaft.“ Der Austausch zwischen den Behörden in Deutschland und Frankreich erfolge eng und kontinuierlich. „Die gemeinsamen Ermittlungen dauern an“, teilt die Polizei mit.

Der gesprengte Automat in Triberg (Archivfoto) Foto: Marc Eich

Der Täter soll alleine für die Sprengungen verantwortlich sein. Zur Frage, inwieweit Täterprofil und Vorgehensweise typisch oder untypisch für Geldautomatensprenger sind, äußert sich die Polizei „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht.

Bereits im Sommer erklärte das Landeskriminalamt, dass Kriminelle zunehmend Frankreich als logistischen Ausgangspunkt und Rückzugsraum nutzen. Dennoch stammen die Täter laut Innenministerium nach wie vor überwiegend aus den Niederlanden.

Häufig sind diese als Banden unterwegs und schlagen binnen weniger Tage an mehreren Orten zu – so etwa die Täter, die 2023 zwei Geldautomaten in Sulz oder Ende 2022 den Geldautomaten in der Volksbank Empfingen sprengten. Beide Banden mussten sich bereits vor Gericht verantworten.