Es war eine Provokation auf unterstem Niveau. Victor Edvardsen von den Go Ahead Eagles war im Europa-League-Spiel nach einem Foulspiel mit Stuttgarts Angelo Stiller aneinandergeraten und hatte diesen provoziert. Edvardsen fasste sich dabei mehrfach demonstrativ an die Nase, machte sich damit über den deutschen Nationalspieler lustig. Nach der Rudelbildung inklusive Schubserei und Wortgefechten sahen beide Spieler die Gelbe Karte.

Nach der Niederlage (0:4) wollte sich Edvardsen zunächst nicht für seine geschmacklose Geste, mit der er sich über das Aussehen Stillers lustig gemacht hatte, entschuldigen. „Normalerweise geht so etwas nicht, aber das Adrenalin hat mich überwältigt. Ich bin beim Spielen sehr emotional“, sagte Edvardsen lediglich: „Es war nicht nötig, aber ich wollte meine Mannschaft aufrütteln, und das Adrenalin hat mich übermannt. Es war nicht geplant.“

Einen Tag nach dem Vorfall reagierte der Verein. Die Strafe der Go Ahead Eagles dürfte dem Schweden aber nicht sonderlich schmerzen: Edvardsen muss nur 500 Euro an die sozialen Dienste des Klub zahlen.

„Nichts anderes als Mobbing“

„Als Verein sind wir mit Victors Verhalten absolut unzufrieden und distanzieren uns davon“, sagte Geschäftsführer Jan Willem van Dop. In der offiziellen Vereinserklärung bat Edvardsen dann auch um Entschuldigung: „Ich möchte mich für mein Verhalten gestern entschuldigen. Zwischen uns sind Dinge gesagt und getan worden, die nicht auf einen Fußballplatz gehören.“

Der ehemalige niederländische Nationalspieler Wesley Sneijder ging mit Edvardsen hart ins Gericht. „Ich finde es traurig. Solche Gesten sind absolut inakzeptabel. Das ist nichts anderes als Mobbing, ich finde es schrecklich“, sagte Sneijder bei „Ziggo Sports“. Als Spieler sei man ein Vorbild: „Kinder sehen das und sollten es nicht als normal ansehen. Meiner Meinung nach spinnt er. Belassen wir es dabei: Je länger ich darüber rede, desto wütender werde ich.“