Bei einem erneuten nächtlichen russischen Luftangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist ein Mensch getötet worden. Elf weitere wurden verletzt. Dies berichten örtliche Behörden. Nach Angaben der Militärverwaltung wurde die Leiche eines Bewohners aus den Trümmern eines brennenden Wohnhauses geborgen. Ein Kind sei aus demselben Gebäude gerettet worden. Nach 5 Uhr morgens wurde in der Hauptstadt erneut Luftalarm wegen anfliegender Drohnen ausgelöst. Auch in anderen Landesteilen gab es den Berichten zufolge Raketenalarm.
Die Ukraine sollte aus Sicht des ungarischen Regierungschefs Viktor Orban nach einem Ende des Krieges allenfalls als „Pufferstaat“ zwischen Russland und der Nato weiter existieren. „Die einzige mögliche dauerhafte Lösung besteht darin, dass die Nachkriegsordnung auf dem grundlegenden Prinzip aufbaut, dass die Ukraine wieder zu dem Pufferstaat wird, der sie einst war“, sagte er der „Welt am Sonntag“.
Auch Gebietsabtretungen der von Russland angegriffenen Ukraine hält er für unumgänglich. „Russland behält jenes Territorium, das auf einer internationalen Friedenskonferenz ausgehandelt wird, und alles westlich dieser Linie – bis zur östlichen Nato-Grenze – bildet das Territorium des ukrainischen Staates, der erneut als Pufferstaat existieren würde“, sagte er weiter. Nato und Russland würden sich nach seinen Vorstellungen überdies einigen „auf Umfang und Ausstattung der begrenzten ukrainischen Streitkräfte, die in der Pufferzone operieren dürfen“.
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind Explosionen zu hören. Bei einem russischen Angriff mit Drohnen und Raketen auf Kiew ist nach Behördenangaben mindestens ein Wohnhaus beschädigt worden. Der Leiter der Militärverwaltung von Kiew, Tymur Tkatschenko, teilt auf Telegram mit, russische Drohnen hätten ein Gebiet im Stadtzentrum sowie in den östlichen Vororten getroffen. Bürgermeister Vitali Klitschko erklärt, Rettungskräfte seien in vier Stadtteile entsandt worden. Die Luftabwehr sei im Einsatz. Mindestens sechs Menschen wurden verletzt.
Nach Angaben des obersten ukrainischen Befehlshabers Olexander Syrskyj ist die Stadt Kupjansk im Nordosten der Ukraine nicht vollständig unter russischer Kontrolle. „Unsere Soldaten führen weiterhin sowohl Verteidigungs- als auch Such- und Angriffsaktionen aus“, schreibt Syrskyj nach einem Besuch in der Region auf Telegram. Sie hielten zudem „die vorgesehenen Linien und verstärken den Feuerdruck, um die Versorgungswege des Feindes zu blockieren“. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Donnerstag verkündet, Kupjansk sei in russischer Hand.