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Selenskyjs Truppen nehmen seit längerem Russlands Wirtschaft ins Visier. Eine Öl-Raffinerie wurde jetzt wiederholt Ziel der ukrainischen Drohnenangriffe.

Kiew – Diplomatisch wird gegenwärtig um ein Ende des Ukraine-Kriegs gerungen, auf den Schlachtfeldern wird derweil weiter um jeden Vorstoß gekämpft. Während die Armee von Wladimir Putin besonders in der Ostukraine auf dem Vormarsch ist, setzt Kiew im Konflikt weiter auf gezielte Attacken, um die russischen Einheiten zu schwächen. Nun ist es erneut gelungen, Russlands Wirtschaft einen empfindlichen Dämpfer zu versetzen.

Die Ukraine überzieht Russland mit Drohnen-Angriffe auf die Öl-Infrastruktur – hier brennt eine Raffinerie auf der russisch besetzten Krim. Die Ukraine überzieht Russland mit Drohnen-Angriffe auf die Öl-Infrastruktur – hier brennt ein Tanklager auf der russisch besetzten Krim. (Archivbild) © 
IMAGO / ITAR-TASS

In der Nacht zum 28. November haben ukrainische Einheiten die russische Öl-Raffinerie in Saratow ins Visier genommen. Zudem wurde der Flugplatz Saky auf der Krim und weitere Militäreinrichtungen angegriffen. Wie der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte mitteilte, wurden auf dem Gelände der Raffinerie, die unter anderem für den Kraftstoffnachschub der russischen Streitkräfte mitverantwortlich ist, mehrere Explosionen gemeldet. Der Schlag gegen Russlands Wirtschaft ist dabei Teil einer größeren Strategie im Ukraine-Krieg, die den russischen Handlungsspielraum einschränken soll.

Attacke auf Russlands Wirtschaft: Ukraine greift Öl-Raffinerie an

Laut Informationen von Kyiv Independent ist das Ausmaß des jüngsten Angriffs auf Russlands Wirtschaft noch unklar. Bewohner der Region hätten allerdings von Explosionen berichtet. „Im Rahmen der Bemühungen, das militärisch-wirtschaftliche Potenzial des russischen Aggressors zu verringern, haben Einheiten der ukrainischen Verteidigungskräfte in der Nacht des 28. November die Ölraffinerie Saratow in der Region Saratow der Russischen Föderation angegriffen“, teilten die Streitkräfte auf Telegram mit.

Wie Unian schreibt, werden in der Öl-Raffinerie mehr als 20 Arten von Erdölprodukten hergestellt. Der Angriff auf die Saratow-Raffinerie und den Saky-Flugplatz auf der Krim ist Teil einer systematischen ukrainischen Drohnenkampagne gegen die russische Energieinfrastruktur, die sich seit 2024 deutlich intensiviert hat. Ziel ist es, mit den gezielten Drohnenattacken auf den Energiesektor Russlands Kriegsmaschinerie zu schwächen.

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In der jüngsten Vergangenheit haben die ukrainischen Streitkräfte wiederholt die Öl-Raffinerie in Saratow angegriffen. Der letzte Angriff war am 14. November. Der jetzige Schlag gegen die Einrichtung ist bereits der fünfte innerhalb weniger Monate.

Russlands Wirtschaft im Visier: Selenskyj ringt um Ende des Ukraine-Kriegs

Nach Einschätzung von Chatham House hat die Ukraine die Strategie gegen Russlands Wirtschaft zuletzt perfektioniert. Demnach seien die Drohnen hochgerüstet, die Sprengkopfgröße verdoppelt und die Reichweite erhöht worden. Zudem wurde die Produktion der Drohnen deutlich ausgebaut. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs zeigen die Angriffe messbare Erfolge. Das Atlantic Council berichtete, dass die ukrainische Drohnenkampagne 2025 etwa ein Zehntel der russischen Raffinerie-Kapazität außer Gefecht gesetzt hat. Der zwischenzeitliche Treibstoffmangel konnte allerdings wenig später kompensiert werden.

Während Kiew weiter auf Schläge gegen Russlands Wirtschaft setzt, wird weiter um ein Ende des Ukraine-Kriegs gerungen. Selenskyj war zuletzt wegen des US-Friedensplans deutlich unter Druck geraten. Der Präsident hat für kommende Woche ein Spitzentreffen in den Gesprächen über ein Ende des Krieges angedeutet. „Nächste Woche stehen nicht nur für unsere Delegation, sondern auch für mich wichtige Verhandlungen an, und wir bereiten einen soliden Boden für diese Verhandlungen vor“, sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew. (Quellen: Ukrainska Pravda, Kyiv Independent, Unian, Chatham House, Atlantic Council) (fbu)