Erst im April 2025 öffnete das Axxon N. seine Tore. Am Standort des ehemaligen Instituts für Zukunft wurde wieder Musik gespielt, doch auch der neue Club kämpft – wie viele in der Leipziger Szene – anscheinend mit finanziellen Schwierigkeiten. Seit Anfang November läuft nun ein Insolvenzeröffnungverfahren. Mit dem Clubbetrieb soll es aber zunächst weitergehen.

»Mit einem durchdachten Programm, einer klaren Identität und einem Fokus auf Community«, wollte das Axxon N. die Leipziger Clubszene aufmischen. Das sagte Lucas Pulkert vor der offiziellen Eröffung im kreuzer-Interview. Er ist Geschäftsführer von TK38, der Betreibergesellschaft des Axxon N. Ziel sei es gewesen, Subkultur zu erhalten und einen Raum für marginalisierte Gruppen zu schaffen. Nun stattdessen eine drohende Insolvenz.

In einer gemeinsamen Presseerklärung mit dem zuständigen vorläufigen  Insolvenzberater wird als Grund ein besonders herausfordernder Sommer genannt. »Hohe Temperaturen, zahlreiche parallel stattfindende Großveranstaltungen sowie eine erkennbare Veränderung im Ausgehverhalten führten dazu, dass die wirtschaftlich ohnehin relevante Anlaufphase des Betriebs unter den Erwartungen blieb.« Als weiterer Grund für die Insolvenz werde hohe Renovierungs- und Instandhaltungskosten angegeben. Die hätten sich als komplexer und intensiver herausgestellt als ursprünglich kalkuliert.

Ein komplettes Aus für den Club bedeutet das Insolvenzverfahren noch nicht. Im Herbst hätte sich das Geschäft positiv und stabil entwickelt. Man prüfe derzeit verschiedene Sanierungsoptionen und suche das Gespräch mit Investorinnen und Investoren. Ziel sei die »bestmögliche Lösung« für Gläubiger, Gäste, Belegschaft und die Leipziger Kulturszene zu finden.

Leipziger Clubsterben

Das Axxon N. ist nicht der einzige Club in Leipzig, der mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Im März erst schloss das Duqo im Leipziger Osten, ebenfalls aus finanziellen Gründen. Am Kohlrabizirkus – dort, wo jetzt das Axxon N. ist – hatten Gäste zehn Jahre lang im IfZ gefeiert. Das Institut für Zukunft brachte internationale Künstlerinnen und Künstler nach Leipzig, gleichzeitig war es ein Ort für progressive Politik und Vernetzung. Aber gerade diese politischen Debatten verhärteten zunehmend Konfliktlinien innerhalb der Szene. Zusätzlich zur wirtschaftlichen Schieflage vermutlich ein weiterer Grund für den Aus des Clubs. Dafür eröffnete nach zwei Jahren warten die Distillery im August wieder ihre Pforten. Ostdeutschlands ehemals ältester Club ist nun auf der Alten Messe zu finden.