Am Hurra-Patriotismus des Kinos von Peter Berg kann man sich stören, Action kann der „Boston“-Regisseur allerdings ungemein brachial in Szene setzen. Das zeigt auch „Lone Survivor“, der noch kurz bei Amazon Prime Video zur Verfügung steht.

Von einem Hollywood-Dreamteam möchte man im Fall von Peter Berg („Battleship“) und Mark Wahlberg („Boogie Nights“) nicht sofort sprechen. Doch wenn die beiden, die auch abseits der Leinwand eng befreundet sind, gemeinsame Sache machen, darf man in der Regel mit richtig krachendem Spektakel rechnen. So auch in „Lone Survivor“ – der wohl kompromisslosesten und wuchtigsten Zusammenarbeit der beiden bisher.

Ihr habt den auf wahren Begebenheiten beruhenden Kriegsfilm bislang verpasst? Dann könnt ihr den Film ab sofort im Abo von Amazon Prime Video nachholen, allerdings nur noch bis einschließlich 9. Dezember, denn dann verschwindet der Kriegs-Actioner aus dem Prime-Video-Abo:

„Lone Survivor“ bei Amazon Prime Video*

Darum geht’s in „Lone Survivor“:

2005: Ein hochspezialisiertes SEAL-Team der US Navy ist in Afghanistan stationiert. Als der Geheimdienst den Aufenthaltsort des berüchtigten Taliban-Anführers Ahmed Shahd (Yousuf Azami) lokalisiert, wird ein vierköpfiges Einsatzkommando ausgesandt, um den Terroristen zu eliminieren. Auf dem Papier wirkt die Mission präzise geplant und relativ unproblematisch.

Doch Marcus Luttrell (Mark Wahlberg), Mike Murphy (Taylor Kitsch), Matt Axelson (Ben Foster) und Danny Dietz (Emile Hirsch) sehen sich schon bald mit der brutalen Realität konfrontiert. Als sie von einer Gruppe afghanischer Ziegenhirten entdeckt werden, nehmen sie diese zunächst fest – entscheiden sich nach angespannter Diskussion aber dafür, sie wieder freizulassen. In dem Wissen, dass die Hirten ihren Standort vermutlich sofort verraten werden, wollen die SEALs den Rückzug antreten – doch die Taliban haben ihren Aufenthaltsort längst geortet…

Die Action kracht, der Rest nervt…

Wie eingangs bereits angedeutet: Wenn Peter Berg Action inszeniert, dann mit voller Wucht. Besonders in der zweiten Hälfte von „Lone Survivor“ entfesselt er eine Reihe atemloser Gefechtssequenzen, die nicht nur den Puls hochtreiben, sondern auch die physische Gewalt eindrucksvoll spürbar machen, der die Soldaten hier ausgeliefert sind. Die Szenen, in denen sich die schwer verletzten Soldaten mehrfach Abhänge hinunterstürzen, um der Übermacht der Taliban zu entkommen, sind intensiv, schmerzhaft anzusehen und – was das Make-Up betrifft – beinahe oscarwürdig.

Das Problem von „Lone Survivor“ liegt ganz woanders: Der Film verschreibt sich einem Hip-Hip-Hurra-Patriotismus, der mindestens irritiert, mitunter aber auch durch seine glühende, fast unreflektierte Heldenverehrung regelrecht verärgert. Peter Berg hat hier eben nicht nur einen grimmig-brutalen Kriegs-Actionfilm gedreht – sondern auch eine Ode an einen Korpsgeist, der nicht selten auf menschenverachtenden Prinzipien fußt und dessen Verherrlichung dementsprechend schwer erträglich sein kann.

Falls ihr wissen wollt, welchen Sci-Fi-Film Mark Wahberg heute bereut, müsst ihr den nachfolgenden Artikel lesen:

„Ich habe versucht, das Drehbuch zu lesen, aber ich habe es nicht verstanden“: Mark Wahlberg bereut, eine ikonische Sci-Fi-Reihe abgelehnt zu haben

Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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