Renommierte Gäste und ein ebenso vielfältiges wie informatives Programm: Die Begegnungsstätte Alte Synagoge hat ihr Vortragsprogramm für das erste Halbjahr 2026 herausgegeben, das mit mehreren Kooperationspartnern zusammengestellt wurde.
„Positionen, Perspektiven, Politik“ – so lautet der Titel der Vortragsreihe, auf deren Inhalte die Leiterin Ulrike Schrader gemeinsam mit Werner Kleine, Vorsitzender des Trägervereins der Begegnungsstätte, Katja Schettler, Leiterin des Katholischen Bildungswerks Wuppertal/Solingen/Remscheid, und Jan Niko Kirschbaum, Fachbereichsleiter Politik, Gesellschaft und Umwelt an der Bergischen Volkshochschule, am Freitag detailliert einging.
Referentinnen und Referenten nicht nur aus Deutschland, auch etwa aus Israel, sollen einen neuen Blick auf den Krieg in Nahost, Antisemitismus oder auch die deutsche Gesellschaft in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg verschaffen.
„Der 7. Oktober 2023 war eine Zäsur“, sagt Kleine. Im Kern geht es im Programm darum, zum Nachdenken über Antisemitismus und Hass anzuregen. Dafür nutzt Kleine gerne den Begriff der „Vergegenwärtigung“. Antisemitismus sei kein Thema allein der Vergangenheit, sondern auch heute eine wachsende Bedrohung. Umso wichtiger sei Aufklärung – sei es aus Sicht von Historikern, Literaturwissenschaftlern oder auch Theologen.
Jan Niko Kirschbaum ist es wichtig, Wissen in Präsenz und abseits der Online-Kanäle wie Tiktok und Co. zu vermitteln, wo oftmals ungeprüfte Informationen verbreitet werden. Vor Ort könnten die Bürgerinnen und Bürger auch viel einfacher ins Gespräch gehen – aus denen auch Referentinnen und Referenten viel mitnehmen können. „Das bin ich noch nie gefragt worden“, hat es von so manchem Referenten bei einem Vortrag in Wuppertal geheißen, erzählt Schrader. „Wer sich schlaumachen will“, ist herzlich eingeladen, nicht nur die Vorträge zu besuchen, sondern auch in den Austausch zu gehen, so Kleine.
Dafür haben Schrader, Kleine, Schettler und Kirschbaum große Namen gewinnen können, die die komplexen Inhalte über kritische Themen vermitteln können, sind sie sicher.
Die Vorträge finden in der Begegnungsstätte Alte Synagoge (Genügsamkeitsstraße) oder in der Bergischen VHS (Auer Schulstraße 20) statt und beginnen alle um 19 Uhr. Der Eintritt beträgt jeweils 5 Euro, für Studierende ist der Eintritt frei.
Brutale Nachbarn. Wie Emotionen den Nahostkonflikt antreiben – und entschärfen können José Brunner (Tel Aviv), 12.1.2026, Begegnungsstätte Alte Synagoge
Zwischen Hass und Haltung. Was wir als Migrationsgesellschaft lernen müssen Derviş Hızarcı (Berlin), 22.1.2026, Begegnungsstätte Alte Synagoge
Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945 Götz Aly (Berlin), 4.2.2026, Bergische VHS
Gaza, Israel, Hamas. Über einen scheinbar unlösbaren Konflikt Wolfgang Kraushaar (Hamburg), 11. Februar 2026, Begegnungsstätte Alte Synagoge
Protestantismus und Nah-Ost-Konflikt 1968-1989 Verena Mildner-Misz (Wuppertal), 24.2.2026, Begegnungsstätte Alte Synagoge
Der Schlüssel würde noch passen. Moskauer Erinnerungen Irina Scherbakowa (Berlin), 4.3.2026, Bergische VHS
Die Hamas. Herrschaft über Gaza, Krieg gegen Israel Joseph Croitoru (Denzlingen), 11.3.2026, Begegnungsstätte Alte Synagoge
Konrad Adenauer. Kanzler nach der Katastrophe Norbert Frei (München), 19.3.2026, Bergische VHS
„Die Leute wissen ja, wer ich bin“. Hans Rosenthals Weg als Holocaust-Überlebender und Unterhaltungsstar Anne Giebel (Wien), 26.3.2026, Begegnungsstätte Alte Synagoge
„Genozid“ als Kampfbegriff. Raphael Lemkin und der Völkermord Daniel Brewing (Köln), 21.5.2026, Begegnungsstätte Alte Synagoge
Massaker als Triumph. Der 7. Oktober als imperiale Geste des Vernichtungswillens Marina Münkler (Dresden), 11.6.2026, Bergische VHS