Eine angebliche Anschlagsankündigung macht in Berlin die Runde. Auf mehreren Plattformen verbreitet sich seit gestern ein beunruhigender Telegram-Post, in dem Gewalttaten in rund 20 Schulen angekündigt werden. Bei der Polizei steht das Telefon nicht still, im Netz schreiben besorgte Eltern.

Bewertung

Es gibt keinen Beleg für konkrete Anschlagspläne. Die Polizei spricht von „Falschinformationen, die gezielt Ängste schüren sollen“. In dem Telegram-Post wird ein altes Foto verbreitet, mehrere der genannten Schulen existieren schon lange nicht mehr.

Fakten

Zu Beginn des viralen Videos ist eine Telegram-Gruppe namens „Berlin Berlin TV Kommentare“ zu sehen, in der die Anschlagswarnung verbreitet worden sein soll. Offenbar wurde das Video danach bei „Berlin Berlin TV“ veröffentlicht. Dort findet sich der Hinweis, dass es nach Aufforderung durch die Polizei gelöscht wurde, „damit keine Panik entsteht“.

Nach Einschätzung der Ermittler handelt es sich bei der Ankündigung um „Falschinformationen, die gezielt Ängste schüren sollen“. Die Polizei warnte auf der Plattform X vor Desinformation und Fake News. „Hinweise auf Gefährdungen oder konkrete Bedrohungen liegen uns nicht vor“, so die Behörde.

Alte Angaben und Fotos

Die Nachricht mit der Androhung wurde in mehreren Schulgruppen weitergeleitet, etliche Einrichtungen werden darin namentlich erwähnt. Nicht alle Angaben sind aktuell, wie der „Tagesspiegel“ berichtet. So wird beispielsweise das „Heinrich-von-Kleist-Gymnasium“ aufgeführt. Die Heinrich-von-Kleist-Schule wurde jedoch bereits 2012 zusammen mit der Menzel-Schule zum Gymnasium Tiergarten.

Zusammen mit der Drohung wurden Fotos von Schusswaffen verbreitet. Mindestens eines davon ist nicht aktuell. Es wurde bereits Anfang 2024 auf einem russischsprachigen Telegram-Account verbreitet, wie eine Bilderrückwärtssuche zeigt.

Schulbetrieb läuft regulär weiter

Bei der Polizei sind über den Notruf mehrere Hundert Anrufe eingegangen, wie ein Sprecher der dpa sagte. Einige Eltern kündigten an, ihre Kinder nicht in die Schule schicken zu wollen.

Die Polizei wies darauf hin, dass der Schulbetrieb regulär stattfindet. Speziell ausgebildete Präventionsteams, die es in den Bereichen gebe, seien an 22 Schulen präsent, um etwa Schulleitungen Kommunikationsangebote zu machen.

Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben wegen Störung des öffentlichen Friedens durch eine Androhung von Straftaten. Geprüft werde nun, wer hinter der Verbreitung der Nachricht steckt.

(Stand: 17.11.2025)

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