Der größte Streitpunkt zwischen Merz und Wegner ist die Schuldenbremse. Vehement verteidigte Friedrich Merz noch als Unions-Kanzlerkandidat dieses Instrument, um Haushaltsdisziplin zu wahren. Genauso klar forderte Kai Wegner schon im Herbst 2023, diese Schuldenbremse zu reformieren – und er war damit der erste der CDU-Länderchefs, der sich aus der Deckung wagte.
Sehr zum Missfallen von Merz, der gegen Wegner ätzte: „Es gibt einen Ministerpräsidenten – oder um es besser zu sagen Bürgermeister -, der der Meinung ist, dass die Schuldenbremse im Grundgesetz keinen Bestand haben sollte.“ „Bürgermeister“, sagt Merz, nicht mal „Regierender Bürgermeister“, und macht Wegner damit als Lokalpolitiker klein. Um dann nachzulegen: „Die Entscheidungen werden hier im Deutschen Bundestag getroffen und nicht im Rathaus von Berlin.“
Ein dünnhäutiger Sauerländer, der damals auf einen gelassenen Kai Wegner traf. Er freue sich über die Aufmerksamkeit, die Berlin im Bund erfahre, sagte Wegner genüsslich. Und behielt am Ende Recht: Merz lockerte die Schuldenbremse: Noch bevor er überhaupt zum Kanzler wurde, setzte er in der Union genau die Reform durch, auf die Wegner schon so lange drängte.