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Comeback in neuer Besetzung
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Alma Hoppe in Kiel: Viel zu lachen bei einer Hakelei der Generationen
Vor über zwei Jahren nahm das Hamburger Kabarett-Duo Alma Hoppe Abschied von der Bühne, nun feiert es als Trio das Comeback: Jan-Peter Petersen, Max Beier und Katie Freudenschuss beharkten sich in ihrem Programm „Eine Frage der Ära“ im Metro-Kino und knöpften sich die Politik vor.
Kiel. Ende Januar 2023 nahm Jan-Peter Petersen zusammen mit Nils Loenicker als Kabarett-Duo Alma Hoppe im Metro-Kino Abschied vom Kieler Publikum. Nun feiert Petersen an gleicher Stelle mit Alma Hoppe und dem Programm „Eine Frage der Ära“ sein Comeback – und das mit Max Beier und Katie Freudenschuss in neuer, aufgestockter Besetzung.
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Der Generationenzwist dient wiederkehrend als Aufhänger
In bester, altbekannter Manier geht das Trio stehenden Fußes in die Vollen. Der bissige wie geistreiche Humor ist geblieben. Petersen verneint die Unterstellung von Freudenschuss eines Burn-Out. „Seht ihr, Altersstarrsinn!“, ruft Freudenschuss dem Babyboomer entgegen und lobt sich selbst als Angehörige der Generation X für ihre „perfekte Work-Life-Balance“, während Beier, der Dritte im Bunde aus der Generation Y, sich für „flexibel wie ein Gummibärchen im Yoga-Kurs“ hält. Der Generationenzwist dient wiederkehrend als Aufhänger. Eine Generation echauffiert sich über die andere: Petersen über die ewigen Internetbestellungen und Essensfotos, Beier stört sich an Mütter auf Lastenrädern und für Freudenschuss sind „Männer, die im Liegen Rad fahren, die Endgegner.“
Viel zu lachen für das Publikum
Unterschiedliche Generationen bedeuten durch unterschiedliche Prägungen eben unterschiedliche Sichtweisen respektive Unverständnis. Alma Hoppe bereiten ebendies überaus launisch auf. Für die gewisse Portion Sarkasmus in der Hakelei der Generationen sorgt Petersen in seiner Rolle als renitenter Grantler. Mindestens eine Person im Trio gibt ohnehin den Antagonisten, irgendetwas ist ja schließlich immer. Ob nun übermäßige Tätowierungen, Schuldzuweisungen für die Klimakrise, die aktuelle Diskussion um die Wehrpflicht oder wenn im dazu passenden Szenario von Vorgesetzter (Petersen) und Gefreiter (Beier) jeder Befehl auf die Goldwaage gelegt und ausdiskutiert wird – das Publikum im nur zum Viertel gefüllten Saal im Metro-Kino hat viel zu lachen.
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Generationen kommen auf einen Nenner
Selbstredend bekommt die Politik noch ihr Fett weg. Freudenschuss mimt als greise Dame die SPD bei der Sterbehilfe („Ich habe das Gefühl mich im Liegen wegzuducken“) und Beier verteidigt als Markus Söder das Fleischprodukt gegenüber „veganen Bratalternativen aus Erbsenbrei.“ Freudenschuss glänzt zwischenzeitlich musikalisch mit vertonten Tagebucheinträgen der Liebesgeschichte eines Paares aus dem Publikum und mit den Wünschen der Kielerinnen und Kieler für ihre Stadt. Zu guter Letzt kommen die Generationen dann doch auf einen Nenner. Im Lied über Verschwörungstheorien heißt es: „Noch eine Strophe? Nein, absurder wird es nicht.“
KN