Kronshagen. Einst schwitzten beim Post- und Telekom-Sportverein Kiel/Kronshagen (PTSV) mehrere Tausend Mitglieder in vielerlei Disziplinen. Diesen Sommer haben die verbliebenen Post-Sportler beschlossen, ihren ehedem so stolzen Club aufzulösen. Genau das ist der Hintergrund dafür, dass jetzt die Gemeinde Kronshagen ihre Fühler nach dem knapp 2,6 Hektar großen Vereinsgelände an der Ecke von Eichkoppelweg und Eckernförder Straße ausstreckt.

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Aktuell hat die Bundesanstalt für Post und Telekommunikation die Hoheit über das Terrain, das zuvor dem PTSV zur Erbpacht überlassen wurde. Wegen der Auflösung, die nach der obligatorischen einjährigen Liquidationsphase im Sommer 2026 amtlich wird, gab der Vereinsvorstand die Anlage vorzeitig zurück.

Bürgermeisterin sieht Perspektiven für Post-Sportgelände

Auf diese Weise kam die Gemeinde Kronshagen ins Spiel. Bereits im Sommer hatte die Bundesanstalt laut Bürgermeisterin Nora von Massow (parteilos) das nicht ganz 26.000 Quadratmeter große Gelände zum Kauf angeboten. Daraufhin informierte sie nach eigenen Angaben sofort die Vorsitzenden der Fraktionen in der Gemeindevertretung und fand allseitige Offenheit für die Offerte der gelben Truppe vor.

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Jetzt wurde die Angelegenheit ganz offiziell im Haupt- und Finanzausschuss diskutiert. Auch die Bürgermeisterin machte sich noch einmal für ein Engagement stark, um der Gemeinde „zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten“ zu sichern. Zugreifen könne man natürlich nur, wenn der Preis stimmt, betonte sie.

Diese Gelegenheit sollten wir uns nicht entgehen lassen.

Johannes Reimann (SPD)

Fraktionsvorsitzender

Genauso sieht es die stärkste Fraktion in der Gemeindevertretung Kronshagen. „Es ist eines der wenigen Grundstücke, wo sich die Gemeinde noch entfalten kann“, meinte Viveka Thun-Blasche von der CDU. Derweil befand Manuela Held (Grüne): „Es wird ja so oder so veräußert werden.“ Als Käuferin könne die Gemeinde dann wenigstens ihren Einfluss sichern.

„Diese Gelegenheit sollten wir uns nicht entgehen lassen“, forderte Johannes Reimann von der SPD. Auch Christian Willert (Unabhängige Wählergemeinschaft Kronshagen) bekundete die Zustimmung seiner Fraktion. Einstimmig sprach sich der Haupt- und Finanzausschuss daraufhin am Dienstagabend dafür aus, in Kaufverhandlungen mit der Bundesanstalt für Post und Telekommunikation zu treten.

Nutzung von Post-Sportgelände in Kronshagen völlig offen

Zu dem Gelände gehören ein Rasenplatz, ein Kunstrasenplatz, eine kleinere Trainingsfläche und diverse Gebäude, darunter die Gaststätte Am Posthorn. Ob das allerdings so bleibt, falls sich Gemeinde und Bundesanstalt handelseinig werden, ist nach Einschätzung des Hauptausschuss-Vorsitzenden Thomas Kahle (CDU) völlig offen. „Bedarf für Wohnen und Gewerbe gibt es immer“, meint der Kommunalpolitiker, dem andererseits bewusst sei, dass auch der TSV Kronshagen nach weiteren Sportflächen suche.

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Auch ein Kunstrasenplatz gehört zur ehemaligen Anlage des Post- und Telekom-Sportvereins Kiel/Kronshagen. 

Für Uwe Most, Vorsitzender des fast 100 Jahre nach seiner Gründung so gut wie aufgelösten Post- und Telekom-Sportvereins, wäre eine weitere sportliche Nutzung jedenfalls eine „gute Sache“. Warum der traditionsreiche Verein überhaupt aufgibt, dazu mag sich Most nicht äußern. Er deutet vage „historische Gründe“ sowie „Unstimmigkeiten“ an.

Eine Rolle im komplizierten Geflecht um die Post-Sportanlage spielt inzwischen auch der vor einem Jahr gegründete SV Posthorn. Auch seinem Verein sei das Areal zum Kauf angeboten worden, behauptet Vorsitzender Horst Albert. Angesichts beträchtlicher Grundstückspreise in Kronshagen stellt sich für ihn aber die Frage, „ob wir das leisten können“.

KN