Kiel. Am Donnerstag sind in Kiel mehr als 1000 Studierende auf die Straße gegangen, um gegen die von der Landesregierung geplante Verwaltungsgebühr in Höhe von 60 Euro zu demonstrieren.
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Zur Demo hatte der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) gemeinsam mit Asten anderer Universitäten in Schleswig-Holstein aufgerufen.
Unterstützung bekamen die Studierenden auch vom Präsidium der CAU. Die vom Land geplante neue Hochschulfinanzierung würde nicht nur zu Stellenstreichungen führen, auch „ganze Fachbereiche müssten infrage gestellt werden“, hieß es auf der studentischen Vollversammlung, die der Demo vorausging.
Dort kamen auch verschiedene Hochschulgruppen, Verwaltungsangestellte oder das Bündnis gegen die Verwaltungskostenbeiträge zu Wort.
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„Seit Wochen gibt es kein Internet auf dem Campus, aber dafür kaputte Heizungen. Die Landesregierung möchte, dass wir für diesen Status Quo ab dem nächsten Semester eine Verwaltungsgebühr zahlen“, fasst der Asta der Kieler Uni das Unverständnis der Studierenden zusammen.
Studierende treten für Bildungsgerechtigkeit ein
Mit lautstarken Parolen wie „Bildung für alle und zwar umsonst“ zogen Studierende ab 13 Uhr vom Audimax der CAU in Richtung des Landtages, um für Chancengleichheit und mehr Bildungsgerechtigkeit einzutreten.
„Viele denken vielleicht: Ach, das sind ja nur 60 Euro, aber für Studenten kann das einen riesigen Unterschied bedeuten“, erzählt eine Lehramtsstudentin aus Kiel. Sie habe bisher pro Monat 50 Euro zurückgelegt, um den Beitrag für das nächste Semester zahlen zu können, wo sie die 10 Euro mehr hernehmen soll, wisse sie nicht.
Vor dem Landeshaus endete die Demo mit einer Kundgebung, die sich direkt an den Bildungsausschuss richtete, der zeitgleich über die Verwaltungsgebühr beriet. Die Demonstranten forderten die Aufmerksamkeit der Politiker mit lauten „Fenster auf!“-Rufen ein, nachdem die Fenster des Sitzungsraumes zuvor unter lauten Buhrufen geschlossen worden waren.
Opposition solidarisiert sich mit Studierenden
Die Vorsitzende der SPD-Fraktion, Serpil Midyatli, sicherte den Studierenden die Unterstützung ihrer Partei zu. „Weder die Studierenden noch die Hochschulen müssen weiter belastet werden. Es ist eine politische Entscheidung“, sagte sie unter großem Beifall der Demonstrierenden.
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Sowohl der bildungspolitische Sprecher der Grünen als auch der CDU mussten sich hingegen Buhrufe gefallen lassen.
Zum Abschluss der Kundgebung wandte sich Max Härtel, Sprecher der Landes-Asten-Konferenz, mit einem Appell an die Landesregierung: „Sie können heute darüber entscheiden, ob Schleswig-Holstein ein Land bleibt, in dem Herkunft nicht über Bildung entscheidet.“
KN