Die Bezahlkarte für Flüchtlinge war in Schleswig-Holstein bisher kein Erfolgsmodell. Die geplante flächendeckende Einführung Anfang dieses Jahres ist geplatzt, nun hat das Sozialministerium einen konkreten Zeitplan vorgelegt. Verteilt werden sollen die Karten von Januar bis Ende April 2026 durch die Kommunen. Betroffen davon sind voraussichtlich rund 10.000 Menschen in Schleswig-Holstein.
Doch schon jetzt gibt es Zweifel an dem Plan. „Niemand kann garantieren, dass die Ausgabe flächendeckend zum angepeilten Termin gelingt“, sagt Jörg Bülow (57), Geschäftsführer des Gemeindetags. Die Ausgabe der Bezahlkarte sei aufwendig, zudem fehlten zum Teil noch wichtige Schnittstellen zwischen den Systemen der Kommunen und der Bezahlkarte.
Für wenig Begeisterung sorgt auch eine weitere Regelung. Die Flüchtlinge dürfen mit ihrer Karte auch Überweisungen vornehmen. Damit das Geld aber beispielsweise nicht an Schlepper überwiesen wird, müssen Zahlungsempfänger auf Antrag von den Ämtern vor Ort freigeschaltet werden. „Das ist ein erheblicher Aufwand, der viele Aufklärungs- und Beratungsgespräche nach sich ziehen wird“, sagt Kiels Sozialdezernent Gerwin Stöcken (62, SPD).