Während auf der westlichen Seite der Autobahn der Ärger wächst, sieht es auf der östlichen Seite ganz anders aus. In der Sophie-Charlotten-Straße macht Roberto Mayer Fotos – viele, viele Fotos. „Minimum 1.000 bei großen Objekten“, sagt der Baugutachter. Mayer ist im Auftrag der Deges unterwegs. Er soll hier Bauschäden an und in den Häusern dokumentieren, bevor der Bau der Westendbrücke beginnt. Selbst winzige Risse im Mauerwerk, vor allem rund um Fenster, entgehen Mayer und seiner Spiegelreflexkamera nicht.

Einerseits schützt er damit die Deges davor, für Schäden zu haften, die ihre Bauarbeiten gar nicht verursacht haben. In der Vergangenheit hätten einzelne Hausbesitzer durchaus versucht, sich „ganze Häuser sanieren zu lassen“, sagt er. Doch Mayer versteht sich eher als neutraler Experte, dessen Arbeit beiden Seiten hilft. „Wenn durch die Baumaßnahmen wirklich ein Schaden entstehen sollte, sind die Eigentümer genauso geschützt.“

„Ich finde das total super“, sagt Hauseigentümerin Antonia Ambrasas. „Dann sind beide Seiten auf der sicheren Seite.“ Angeboten wurden Gutachter zwar nicht, die Deges habe die Prüfung recht kurzfristig mit Zetteln im Briefkasten angekündigt, erzählt sie. Zwischen 12 und 18 Uhr, „für Mieter nicht ganz so günstig“. Aber Ambrasas nahm die Sache einfach selbst in die Hand, ging auf die Deges zu und kümmerte sich. Den Lärm der Bauarbeiten an der A100 seien durchaus belastend, vor allem der Lärm, sagt sie. „Alle wollen auf der Autobahn fahren und es soll sicher sein, da gehört das einfach dazu.“