Es ist ein besonderer Moment in Thomas Gottschalks großer Abschiedsshow: Nach etwa 1,5 Stunden setzt sich die Show-Legende nach vielen heiteren Ratespielen mit Moderator Günther Jauch zusammen. Gemeinsam blicken sie auf TV-Geschichte, die Gottschalk geschrieben hat, auf seine Krebserkrankung – und das plötzliche Ende seiner Karriere.
„Mir geht es ausgezeichnet, ich freue mich auf die Rente“, so der Moderator zu Beginn. Er wirkt klar, wie losgelöst – und macht trotz des Schicksalsschlags aus seiner Frohnatur keinen Hehl. „Die 75 Jahre vergingen schnell“, so der Entertainer. „Ich habe die beste Zeit erlebt, die es im Fernsehen gab.“ Immer wieder bekommt er für seine offene Art Applaus aus dem Publikum. Dort sitzt auch seine Frau Karina, die ihrem Ehemann wohlwollend zulächelt. „Gelohnt hat sich alles und sparen können hätte ich mir gar nichts“, so Gottschalk weiter. „Ich habe jeden Mist gemacht, den man mir angetragen hat.“
Gottschalks Krebs: „Das ist sehr selten und sehr gefährlich“
Doch plötzlich wird es ernst. Es geht um die Krebsdiagnose, die dem Entertainer vor Kurzem gestellt worden ist. „Eine Krebserkrankung ist etwas sehr Privates. Das ist sehr selten und sehr gefährlich, offensichtlich.“ Gottschalk hat eine besonders seltene und aggressive Form des Krebses, ein epitheloides Angiosarkom. „Ich habe es nichts gemerkt, Karina hat mich zum Arzt geschleift. Mein Urologe hat festgestellt, dass da was nicht stimmt.“ Es sei sofort operiert worden. „Da leide ich immer noch drunter.“ Schließlich sei ihm auch mit einer Schere ein Muskel im Oberschenkel durchtrennt worden.
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33 Bestrahlungen habe er über sich ergehen lassen müssen, die allerdings nicht schmerzhaft gewesen seien. Auch bei diesem ernsten Thema verschwindet das Lächeln nicht so ganz von seinen Lippen: Gottschalk wäre nicht Gottschalk, wenn er auch ein erstes Gespräch über Krebs nicht mit einem Witz auflockern könnte: „Grundsätzlich strengt mich nichts an, auch Gespräche mit dir nicht“, so der 75-Jährige zu Jauch.
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Das CT sei eine unangenehme Gelegenheit, bei der man sich nicht wohlfühle. Und wie stehen seine Heilungschancen? „Man kann nur hoffen, dass alles weg ist.“ Und weiter: „Ich hoffe, dass es so bleibt und ich bin ein positiver Mensch.“
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Gottschalk erklärt sein wirres Verhalten
Vor Bekanntwerden seiner Krebserkrankung war der Moderator heftiger Kritik ausgesetzt: Schon nach seiner letzten „Wetten dass… ?“-Sendung hatte er gesagt: „Inzwischen rede ich Zuhause anders als im Fernsehen – und das ist auch keine dolle Entwicklung“, womit er wohl die zunehmende Political Correctness im Sprachgebrauch monierte. Bei der Bambi-Verreibung vor wenigen Wochen wirkte er dann sichtlich verwirrt, was er später mit dem Einfluss von Schmerzmitteln erklärte. Für seine Aussage, dass Cher die einzige Frau sei, „die ich in meinem Leben ernst genommen habe“, entschuldigte er sich später.
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Von Jauch auf diese Auftritte angesprochen, erklärte der Entertainer: „Es gibt den sogenannten Brain Fog, den ich habe und der mit zunehmender Zeit schlimmer wird.“ Er wisse allerdings nicht, ob dieser immer krankheitsbedingt gewesen sei, fügte er scherzhaft hinzu.
Umso mehr freue sich Gottschalk über die Zuschriften, die er nach seiner Diagnose erhielt: „Es ist eine Rückenstärkung, dass mir viele Leute geschrieben haben. Das finde ich toll“. Alles, was er gemacht habe, habe er nur für die Leute gemacht. Nun aber wolle er sich aus dem Show-Geschäft zurückziehen. Sogar sein Instagram-Account soll mit Ende der Sendung eingestellt werden: „Mit 75 ist der richtige Zeitpunkt, um zu sagen, ich ziehe mich zurück. Ab jetzt hat die Öffentlichkeit mit einem nichts mehr zu tun.“ Das bekam das Publikum dann urplötzlich zu spüren: Nach einer Parodie von Mike Krüger verlässt Gottschalk plötzlich im Beisein von Ehefrau Karina das RTL-Studio – und beendet seine TV-Karriere.