Der Rechtsextremismus in Deutschland beunruhigt
Menschen ohne Migrationshintergrund noch stärker als Zuwanderer und ihre direkten Nachkommen. Knapp drei Viertel (74
Prozent) der Deutschen ohne familiäre Einwanderungsgeschichte stimmten der
Aussage „Der Rechtsextremismus in Deutschland macht mir Angst“ zu, wie aus einer Untersuchung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung hervorgeht. 46 Prozent davon stimmten „völlig“ zu, 28 Prozent „eher“. 

Auch knapp zwei Drittel (66 Prozent) der Deutschen mit Migrationshintergrund zeigten sich besorgt. Unter den hierzulande lebenden Ausländerinnen und Ausländern sind es 55
Prozent. Am häufigsten äußerten sich der Untersuchung zufolge Menschen mit
Wurzeln in der Türkei und in Russland besorgt über den
Rechtsextremismus in Deutschland. Deutlich geringer ist der Anteil
demnach unter Menschen polnischer Herkunft.

Unterschiede bei antisemitischen Vorurteilen

Um antisemitische Einstellungen zu messen, waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage
aufgefordert, sich zu der Aussage „Juden kann man nicht trauen“ zu
positionieren. Jeder zehnte befragte Ausländer und neun Prozent der
Deutschen mit Migrationshintergrund stimmten hier den Angaben zufolge zu. Bei den Deutschen ohne Einwanderungsgeschichte lag der Anteil
derjenigen, die diese Aussage teilen, bei vier Prozent.

© Lea Dohle

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Unterschiede zeigen sich auch bei den Herkunftsländern. Rund ein Viertel (26 Prozent) der Türkischstämmigen misstraute der Umfrage zufolge jüdischen Menschen. Bei einer entsprechenden Befragung im Jahr 2015
waren es 18 Prozent gewesen. Überdurchschnittlich hoch war der Anteil der
Menschen, die dieser Aussage zustimmen, auch unter Spätaussiedlern (18
Prozent). Spätaussiedler sind Menschen deutscher Herkunft, die nach dem
Zweiten Weltkrieg, vor allem nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, aus
Osteuropa und der früheren Sowjetunion nach Deutschland eingewandert
sind.

Für die repräsentative Untersuchung zum Zusammenleben in
der Einwanderungsgesellschaft wurden von
Anfang Oktober 2024 bis Ende Januar 2025 bundesweit rund 3.000 Menschen
befragt. Darunter waren 1.007 Ausländerinnen und Ausländer sowie
1.003 Menschen mit Migrationshintergrund, die selbst im Ausland geboren
wurden oder mindestens einen Elternteil haben, auf den das zutrifft.

Rechtsextremismus

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