Für Karl Frierson ist die Reise Richtung „The Voice of Germany“ beendet. Im Halbfinale haben zu wenige Zuschauer für den Lindauer gestimmt. Trotzdem hat er mit seiner Authentizität und einem mitreißenden Auftritt viel Eindruck hinterlassen. Gesucht wurden am Freitagabend in der Liveshow in Berlin fünf Finalisten.
Und er hat tolle Werbung für Lindau gemacht. Das sahen auch seine Coaches, Michi Beck und Smudo von den „Fantastischen Vier“, so. Sie beschrieben Karl und seine Persönlichkeit ganz simpel: „Liebe, Lässigkeit, Lindau, Las Vegas“. Bei keinem anderen Konkurrenten war die Heimatstadt so explizit genannt.
14 Künstler im Halbfinale
14 Sängerinnen und Sänger hatten es in die Vorschlussrunde geschafft, zunächst von den Coaches als Jury und zuletzt von ehemaligen Teilnehmern gewertet. Karl war in diesem Feld als Senior liebevoll als Papa betitelt worden und auch innerhalb des Kandidatenteams sehr beliebt. Karl bestätigt das: „Wir alle haben neue Freundschaften gefunden und ich bin mir sicher, dass wir in Kontakt bleiben werden.“

Zu wenige Zuschauer haben für Karl Frierson gevotet. (Foto: Christian Flemming)
Das bestätigt das, was die Fernsehzuschauer immer wieder zu sehen bekamen: Die eigentliche Konkurrenz fieberte mit den jeweils Auftretenden mit. Frei nach dem Motto: Jeder gönnt jedem das Beste, inklusive sich selbst. Karl Frierson findet auch, „die Talente sind allesamt sympathische Menschen“.
Ein Vierer-Team
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Michi und Smudo hatten vier Kandidaten ins Halbfinale gebracht. Keine und keiner davon passte in die eher weichgekochte Popecke. Da war Lisa Asante, eine stets in sich ruhende Persönlichkeit, jedoch mit einer kraftvollen dunklen Stimme und unter die Haut gehendem Growling-Gesang, der man vor allem im Heavy-Metal-Chambre findet. Zum Team gehörte auch Clifford Dwenger, der der erste Rapper bei „The Voice“ war, der es bis ins Halbfinale geschafft hat.
Ganz anders Bernarda Brunovic, ein absolutes Ausnahmetalent, die aufgrund ihrer Blindheit keine Bühnenshows wie andere Mitbewerber abliefern kann, aber allein durch ihre Stimme zu überzeugen weiß. Beim Halbfinale löst die 32-Jährige mit dem James-Bond-Song „Writing on the Wall“ ihr Ticket ins Finale und beeindruckt alle Coaches wie auch die Zuschauerinnen und Zuschauer.
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Vor Jahren hatte sie schon einmal teilgenommen und es da schon in die Live-Shows von Sat1 und Joyn geschafft. Wie sie sich seitdem entwickelt hat, drückte beispielsweise Coach Nico gerührt so aus: „Du machst Musik und die singst mit vollem Herzen und das hört man in allem, allem raus.“
Tja, und da war dann Karl Frierson aus dem Fanta4-Team. Der die Bühne mit „Soul Man“ quasi abbrannte und Beifallsstürme im Saal erhielt. Es fehlten halt bei der Abstimmung Stimmen der Zuschauer. Und die entscheiden bei den Live-Shows des Halbfinales und des Finales, wer „The Voice of Germany“ wird. Karl ist jedenfalls „The Voice of Lindau“ – und das will auch etwas heißen. „Vielleicht bin ich zu wenig Mainstream, eher Mittelstream“, resümiert Karl und lacht.
Das sagt Karl Frierson
Für ihn war das Ganze eine schöne Reise. „Für mich war es eine große Ehre, bei Deutschlands Toptalenten dabei gewesen zu sein“, sagt der Lindauer Sänger. Es sei klar, dass das eine Show sei und die habe ihre Ziele. „Ich habe schon mein Ding“, weiß er mit Blick auf seine Stärke im Soul. Trotzdem „habe auch ich viel Neues gelernt, mit Fernsehen, mit Social Media und so“.
Aber er ist nicht ganz unglücklich darüber, dass er nun wieder mehr entlastet ist und etwas mehr Normalität ins Leben zurückkommt. „Am Sonntag geht es zurück an den Bodensee und am Montag um 10 Uhr stehe ich wieder in der Schule und unterrichte.“
„Die Lindauer kennen mich jetzt“, freut er sich und findet, „diese Reise war schön für mich, gut für Lindau und die ganze Welt“. Inklusive Las Vegas, versteht sich, das haben die beiden Fanta4-Coaches richtig erkannt.