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Unter Eugen Polanski ist Florian Neuhaus wieder ein wichtiger Faktor. Der Mittelfeldspieler sorgt in Gladbach weiterhin für Kopfzerbrechen.

Mönchengladbach – Eigentlich war diese Wende kaum vorstellbar. Florian Neuhaus hatte unter Gerardo Seoane zwei Jahre lang keine große Rolle gespielt und sich mit dem Mallorca-Video selbst geschadet. Dennoch darf sich der frühere deutsche Nationalspieler im November 2025 zum Stammpersonal von Borussia Mönchengladbach zählen.

Florian Neuhaus schießt beim Test zwischen Borussia Mönchengladbach und Lierse SK einen Elfmeter.Florian Neuhaus ist wieder ein wichtiger Teil von Borussia Mönchengladbach. © IMAGO/Maximilian Koch

Neuhaus ist aus der Versenkung wieder aufgetaucht, weil Eugen Polanski das fußballerische Können des 28-jährigen Mittelfeldspielers schätzt. Im gegenwärtigen 3-4-1-2-System spielt Neuhaus auf der Zehn hinter Haris Tabaković sowie Franck Honorat und ist mit seinen präzisen Bällen für den Spielübergang ins letzte Drittel verantwortlich.

Borussia Mönchengladbach: Florian Neuhaus bereitet der Konkurrenz Kopfschmerzen

In vier der vergangenen fünf Bundesligaspiele stand Neuhaus in der Startelf, einzig gegen den FC Bayern blieb er auf der Bank. Der Grund dafür: Gegen die Münchner standen Kompaktheit und Entschlossenheit in Zweikämpfen an vorderster Stelle und die Arbeit gegen den Ball zählt weniger zu den Stärken des Ballkünstlers. Seither kamen vermehrt Spiele, in denen Neuhaus‘ Vorzüge überwiegen.

Aufgrund der Entwicklung unter Polanski ist Neuhaus kein direkter Problemfall mehr, indirekt aber schon – denn er hat den Konkurrenzkampf auf der Zehn mächtig angekurbelt und macht zwei anderen Spielern das Leben schwer. Kevin Stöger und Giovanni Reyna sind nämlich in der Jägerrolle und stehen offenbar hinten an.

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So sammelte Stöger im Auswärtsspiel beim FC St. Pauli fünf Einsatzminuten und blieb im Derby gegen den 1. FC Köln auf der Bank, Reyna brachte es in beiden Partien auf kumuliert 26 Spielminuten. Das Duo hat aus unterschiedlichen Gründen keinen leichten Stand. Eine Situation, die Neuhaus aufgrund seiner Qualität verschlimmert.

Eigentlich sollte Reyna zu einem Unterschiedsspieler reifen, doch nach ersten verletzungsbedingten Rückschlägen wird sich der US-Amerikaner erst einmal darauf besinnen, wieder zu einhundert Prozent belastbar zu sein. Hoffnung macht die Länderspielpause, Reyna stand beim 2:1-Sieg der USA gegen Paraguay am Samstag 75 Minuten auf dem Platz und erzielte die frühe Führung.

Demgegenüber sollte Stöger zu Saisonbeginn in die Fußstapfen des zur PSV Eindhoven abgewanderten Alassane Pléa treten, doch sowohl unter Seoane als auch unter Polanski wusste der Österreicher nur punktuell zu überzeugen. Stöger versucht viel, doch es gelingt ihm zu wenig. Neuhaus spielt klar sowie zielgerichtet und konzentriert sich dabei weniger auf den Überraschungsmoment. Das ist aktuell sein Vorteil.

Polanski über Gladbachs Härtefälle: „Ein gutes Gefühl ist es nicht“

Es seien „Entscheidungen zu treffen, die teilweise zum Nachteil für einen Spieler sind, obwohl dieser gar nichts dafür kann“, sagte Polanski nach der Trainingseinheit am Dienstag über den Konkurrenzkampf. Wer spielt, hänge mit dem Gegner, dem Matchplan und der Form eines Spielers zusammen. „Ein gutes Gefühl ist es nicht“, gab Polanski zu, „aber ich habe lieber das Problem als eines, bei dem ich mich frage, wie ich den Kader gefüllt bekomme.“

Authentisch wolle er gegenüber den Spielern auftreten und schlüssig vermitteln, „ob es sich um Leistung oder um einen nötigen Matchplan handelt, bei dem wir sehen, dass es mehr Sinn ergibt, jemand anderen mitzunehmen“, sagte Polanski über seine Härtefälle. Das schließt das Trio um Neuhaus, Stöger und Reyna ein. Vor allem die beiden letztgenannten müssen sich wohl darauf einstellen, auf positive Nachrichten warten zu müssen.