Vor 24 Jahren hatte Matt Damon die Qual der Wahl: Sollte er in „Ocean’s Eleven“ mitspielen – oder doch lieber ein Angebot von Frank Darabont annehmen, der immerhin den laut 3 Millionen Filmfans besten Film aller Zeiten gedreht hat?

Matt Damons Hollywood-Laufbahn ist eine einzige Erfolgsgeschichte – schließlich war er noch gar nicht so lange im Geschäft, als er gemeinsam mit seinem langjährigen Weggefährten Ben Affleck für das Drehbuch zu „Good Will Hunting“ einen Oscar erhielt (und auch als Bester Hauptdarsteller nominiert wurde). Im Anschluss ging alles Schlag auf Schlag. Er spielte die Titelrolle in Steven Spielbergs „Der Soldat James Ryan“, wurde zum Mitglied der „Ocean’s Eleven“, bekam mit der „Jason Bourne“-Reihe sein eigenes Action-Franchise und drehte mit Schwergewichten wie Martin Scorsese, Ridley Scott, Clint Eastwood und Francis Ford Coppola.

Doch wenn man wollte, könnte man die Karriere von Matt Damon auch als eine Reihe von Verlusten und verpassten Chancen erzählen: Schließlich wäre der heute 55-Jährige ganz sicher um einige Millionen Dollar reicher, hätte er nicht die Hauptrolle im bis heute erfolgreichsten Blockbuster aller Zeiten abgelehnt.

Auch einem anderen Film, der in die Kinogeschichte einging, hat er – wie allerdings auch seine Kollegen Leonardo DiCaprio und Brad Pitt – die kalte Schulter gezeigt. Und dann sind da noch „To Die For“ und „Zwielicht“, bei denen er trotz großem Interesse gegenüber Joaquin Phoenix bzw. Edward Norton den Kürzeren zog. „Es ist alles ein Glücksspiel“, so Damons Kommentar in einem Interview (via Far Out Magazine).

Diesen Film würde Matt Damon immer wieder ablehnen

Zum Glücksspiel gehört im Idealfall allerdings auch, dass man manchmal genau die richtige Entscheidung trifft – und genau das hat Damon Anfang der 2000er-Jahre getan: Denn damals hatte er die Wahl zwischen „Ocean’s Eleven“, der sich bekanntlich als großer Publikumserfolg erwies und mehrere Fortsetzungen und Ableger nach sich zog – und „The Majestic“, bei dem immerhin Frank Darabont auf dem Regiestuhl saß, der mit „Die Verurteilten“ zuvor den besten Film aller Zeiten gedreht hatte (zumindest, wenn man den Bewertungen von über 3 Millionen Filmfans auf der IMDb Glauben schenken darf).

Das ist „The Majestic“

„The Majestic“ ist ein nostalgisches Drama, das im Kalifornien der frühen 1950er-Jahre zur Zeit der McCarthy-Ära spielt und von einem Hollywood-Drehbuchautor erzählt, der nach falschen Kommunismus-Vorwürfen seine Karriere verliert. Nach einem Autounfall verliert er daraufhin sein Gedächtnis und landet in der Kleinstadt Lawson, wo er für einen im Krieg vermissten Soldaten gehalten wird – und auf dessen frühere große Liebe trifft, mit der sich bald eine Romanze entwickelt. Gemeinsam mit ihr und Lukes Vater beginnt er außerdem, das alte, verfallene Kino der Stadt – das titelgebende Majestic – wieder zum Leben zu erwecken.

„The Majestic“ bei Amazon Prime Video*

Matt Damon lehnte „The Majestic“ ab – und ist trotzdem Teil des Films

Nachdem sich Damon gegen „The Majestic“ entschieden hatte, ging die Rolle an Jim Carrey, der so nach „Die Truman Show“ und „Der Mondmann“ noch entschiedener als zuvor versuchen wollte, sich als Charakterdarsteller zu etablieren. Doch der Plan ging nicht auf. Die Kritiken fielen durchwachsen aus, und mit einem weltweiten Einspielergebnis von 37,2 Millionen Dollar (gegenüber einem Budget von 72 Millionen) wurde Darabonts vierter Langfilm als Regisseur zum kolossalen Flop.

Dementsprechend resümierte Damon im Nachhinein: „[‚The Majestic‘] ist ein Film, den ich wirklich gern abgelehnt habe.“ Tatsächlich tauchte er aber trotzdem darin auf – oder zumindest seine Stimme: Er sprach in einem kurzen Cameo den vermissten Soldaten Luke Trimble, dessen Identität Carreys Figur irrtümlich annimmt.

Wenn ihr übrigens wissen wollt, auf welchen Flop Matt Damon bis heute stolz ist, dann lest auch den nachfolgenden Artikel:

„Der Film wird die Leute verärgern, aber ich bin stolz darauf“: Matt Damon steht zu 100 Prozent hinter einem seiner größten Flops

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