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Schauspieler Helmfried von Lüttichau wurde als Polizist Johannes Staller in der ARD-Serie „Hubert und Staller“ zur Kultfigur. Am 6. Dezember steht er in Peiting auf der Bühne. © Susie Knoll
Schauspieler Helmfried von Lüttichau arbeitet derzeit an seinem zweiten Bühnenprogramm. Er verrät, warum er sich als Anfänger fühlt und was ihn antreibt.
Peiting – Durch die Fernsehserie „Hubert und Staller“ wurde Schauspieler Helmfried von Lüttichau in der Rolle als Polizist Johannes Staller populär. Nach seinem Ausstieg widmete er sich neuen Wegen, unter anderem seinem Solo-Bühnenprogramm „Plugged“, eine Mischung aus Rockmusik, Kabarett und eigenen Texten. Damit ist er am Samstag, 6. Dezember, in der Schloßberghalle in Peiting zu sehen. Redakteurin Christiane Mühlbauer hat sich mit ihm unterhalten.
Herr von Lüttichau, wo erreiche ich Sie gerade am Telefon – in München oder am Schliersee?
Ich bin in München. Von hier aus fahre ich in den nächsten Tagen zu den Auftritten. Ich komme mit der Tour in Gegenden, die ich noch nie gesehen habe. Das macht mir wahnsinnig Spaß.
Finden Sie Peiting ohne Navi?
(lacht) Ich muss ehrlich sagen, ich hab nur mal kurz nachgeguckt, wie weit es von Peiting nach Garmisch-Partenkirchen ist, wo ich ja dann am Sonntag spiele. Aber ich gebe zu, ohne Navi würde ich Peiting nicht finden.
In Peiting spielen Sie ja am Nikolaustag. Haben Sie einen Überraschungsgast dabei?
Stimmt, da ist ja Nikolaus! Das hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Bei der Tour hüpfe ich eher von Ast zu Ast und schaue vorher gar nicht so aufs Datum. Aber jetzt bringen Sie mich auf eine Idee…
Um was geht es in „Plugged“?
In diesem Programm erzähle ich, warum ich kein Rockstar geworden bin. Weil eben in meinem Leben vieles anders gelaufen ist als gedacht, schon weil ich das vollkommen falsche Instrument gelernt hatte. Durch die vielen Missgeschicke, die mir ja tatsächlich passiert sind, ist es an vielen Stellen sehr autobiografisch.
Auf der Bühne werden Sie zu einer richtigen Rampensau, wenn ich das mal so unverblümt sagen darf. Sind Sie eigentlich aufgeregt vor einem Auftritt?
Ich habe vor jedem Auftritt eine gewisse Anspannung. Es gibt immer einen Anteil Selbstzweifel, dann denke ich kurz: Heute wird es nicht funktionieren. Und dann gibt es dieses Zirkuspferd-Gefühl – diese Aufregung, gleich rauszugehen, wenn ich schon hinter der Bühne sitze, Gitarre spiele und die Geräusche des Publikums höre. Das ist so eine Grundaufregung, die ich wahnsinnig gerne mag.
„Plugged“ spielen Sie ja schon länger, im kommenden Jahr wird es ein neues Programm geben. Bekommt man in Peiting schon einen Vorgeschmack?
Ich habe länger darüber nachgedacht, ob ich Teile davon schon mal ausprobiere. Aber thematisch ist das neue Programm ganz anders. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass sich durch die Arbeit am zweiten Programm meine bisherige Bühnenfigur auch wieder verändert, weil ich jetzt einen anderen Blick auf sie habe. Allein das ist für mich schon wieder ein Abenteuer. Ich bin gespannt.
Wie wird Ihr neues Programm aussehen?
Darin beschäftige ich mich mehr mit den Themen, die mich aktuell umtreiben: Liebe, Altern, Glück, Melancholie. Auch das Scheitern ist wieder Thema. Ich traue mich zum ersten Mal an eigene Songs (lacht).
Vor wenigen Tagen sind Sie 69 Jahre alt geworden. Wie sehr beschäftigt Sie das Älterwerden und die Tatsache, dass es jetzt auf die 70 zugeht?
Der Schreck, dass diese Zahl kommt, war letztes Jahr groß. Aber heuer stand das nicht mehr im Vordergrund. Ich empfinde jetzt eine Form von Dankbarkeit. Ich kann machen, was ich will, und fühle mich dabei oft in gewisser Weise als Anfänger. Das macht mir große Freude. Nach dem Ausstieg aus ,Hubert und Staller‘ haben sich so viele neue Möglichkeiten ergeben. Natürlich fühlt sich 69 nicht an wie 39, wo man denkt, dass man noch das ganze Leben vor sich hat. Aber niemand weiß, ob es nicht übermorgen endet. Ich habe gerade das Gefühl, dass ich wieder im Aufbruch bin. Es ist ein tolles Gefühl, mit etwas völlig eigenem auf der Bühne zu stehen. Dass ich das im fortgeschrittenen Alter für mich entdeckt habe, ist ein großes Glück. Und natürlich auch, dass es Menschen gibt, die das sehen und hören wollen.
Sie sind im Stiftungsrat der Deutschen Palliativstiftung. Setzen Sie sich mit dem Thema Sterben auch in Ihrer kreativen Arbeit auseinander?
Zu diesem Thema bin ich durch den Tod meiner ersten Frau gekommen. Damals habe ich beschlossen, sollte ich jemals prominent werden, dann möchte ich es dafür nutzen, mich für die Palliativmedizin und -versorgung einzusetzen. Natürlich beschäftigt man sich im Zuge dessen auch mit dem eigenen Sterben und dem Tod. Ich finde, das ist eine sehr wichtige Beschäftigung. Wenn man da hinguckt, empfindet man weniger Angst. Zumindest geht es mir so. Das erlebe ich als etwas sehr Positives.
Sie haben einen Gedichtband veröffentlicht mit dem Titel „Was mach ich, wenn ich glücklich bin“. Und, was machen Sie dann?
Dann gehe ich absichtslos spazieren: in den Bergen, in der Stadt oder wo immer ich gerade bin, mit Hund oder ohne Hund. Ich lasse mich treiben. Das ist ein wahnsinnig schöner Zustand.
Karten für den Auftritt von Helmfried von Lüttichau am Samstag, 6. Dezember 2025, um 20 Uhr in der Schloßberghalle in Peiting gibt es online auf www.eventim.de und www.muenchenticket.de